Der High-Tech Gründerfonds schiebt das Start-up mit an – nicht die erste Erfolgsmeldung für das junge Hamburger Team. Auf dem Steuer-Markt tummeln sich einige digitale Angreifer.

Ungeliebte Umsatzsteuer: Vor allem für Unternehmer, die Waren ins Ausland verkaufen oder von dort beziehen, kann die Abrechnung zwischen verschiedenene Steuersystemen und – gesetzgebungen schnell in sehr viel Arbeit ausarten. Taxdoo will mit einer Software-Lösung dort ansetzen: Über Schnittstellen zu Warenwirtschaftsprogrammen und Datenbanken von Online-Shops sollen die wichtigen Daten automatisiert aufgearbeitet werden. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) unterstützt das 2016 gegründete Start-up jetzt mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 600.000 Euro.

Der neue Investor setzt jedoch auf das Potenzial des fünfköpfigen Teams. Entstanden ist Taxdoo als Ausgründung aus de Bankbetriebslehre-Institut der Uni Hamburg. Matthias Allmendinger und Christian Königsheim bringen Tech-Erfahrung mit, Mitgründer Roger Gothmann arbeite zuvor unter anderem für das Bundeszentralamt für Steuern. „Uns hat besonders das Wissen der Gründer zu den Steuerthemen überzeugt“, sagt Tobias Schulz, der das Investment für den HTGF betreut. Seit Anfang 2017 konnte Taxdoo nach eigenen Angaben bereits sechsstellige Umsätze erzielen. Das Geld vom HTGF soll helfen, um das Team zu vergrößern – auch eine Internationalisierung ist für 2018 bereits vorgesehen.

Steuer-Start-ups tasten sich vor

Mit der Idee, die Abwicklung von Steuern einfacher zu machen, ist Taxdoo bei weitem nicht alleine. Zahlreiche Start-ups in Deutschland versuchen mit Software, das Ausfüllen, Ausrechnen und Übertragen der sensiblen Daten zu vereinfachen. Ende September ging etwa Taxfix mit einem neuen Modell für Privatleute an den Start, auch der Konkurrent Taxbutler sorgte in diesem Jahr dank des Kurzzeit-Investments von Jens Spahn für Aufsehen.

Auf ihren Weg konnte das Team von Taxdoo schon einige andere Experten überzeugen. Im Sommer setzte sich Taxdoo bei dem Hamburger Start-up-Wettbewerb Next.Media Elevator durch, auch bei der Veranstaltung Gründergeist Hamburg und Startups@Reeperbahn konnte das junge Unternehmen Preise einsammeln.