Das Berliner Start-up hat seinen Umsatz zuletzt stark gesteigert. Die Gründerinnen setzen auf ein immer breiteres Sortiment – und auf Eigenmarken.

Mit einem Onlineshop für Baby- und Kinderprodukte sind Anike von Gagern und Katrin Weiß angetreten – und haben damit offenbar einen Nerv getroffen: Gegründet vor acht Jahren, melden die Gründerinnen für ihr Start-up Tausendkind für das vergangene Jahr einen Umsatz „im zweistelligen Millionenbereich“ und ein Wachstum von 40 Prozent. Die Zahl der registrierten Kunden liege nun bei über 700.000, zudem habe man erstmals in der Firmengeschichte einen profitablen Monat erreicht.

Die Geschäftsentwicklung überzeugt auch Geldgeber. 15 Millionen Euro hat Tausendkind gerade eingeworben, gab das Start-up heute bekannt. Der Mitteilung zufolge wurde die Finanzierungsrunde von Capnamic Ventures angeführt. Der in Berlin und Köln ansässige Frühphaseninvestor hatte bereits 2015 in Tausendkind investiert. Geld nachgeschossen haben auch weitere Bestandsinvestoren – darunter der VC-Fonds Kreativwirtschaft der IBB Beteiligungsgesellschaft sowie die Venture-Kapital-Ableger der Mediengruppen Oberfranken, Pressedruck und Rheinische Post.

Wachstum mit Eigenmarken

Beteiligt an der Finanzierungsrunde war zudem Davidson Capital mit einem Fonds für Venture Debt. Der Begriff bezeichnet eine besondere der Fremdkapitalfinanzierung: Die Geldgeber vergeben dabei im Regelfall nicht besicherte Darlehen, erhalten dafür aber eine höhere Verzinsung und die Möglichkeit, Anteile am Unternehmen zu erwerben.

Die Gründerinnen wollen das frische Kapital in das Wachstum ihres Unternehmens investieren. Bisher ist Tausendkind mit Onlineshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten. Das Start-up hatte im Mai auch Möbel in das Sortiment aufgenommen. Dazu gehören etwa Kinderbetten, Matratzen und Leuchten. Tausendkind setzt zudem zunehmend auf Eigenmarken – deren Umsatz hat nach Angaben des Unternehmens im vergangenen Jahr um 80 Prozent zugelegt.