100 Millionen Euro stecken im neuen Fonds von Target Global. Die Gesellschaft sucht nach Investments in Europa – und hat eine Botschaft für Berlin.

Mehr Geld für Gründer: Die Beteiligungsgesellschaft Target Global mit Hauptsitz in Berlin hat gestern verkündet, einen neuen Fonds für die Frühphasenfinanzierung geschlossen zu haben. 100 Millionen Euro stehen bereit, um in den nächsten Jahren in Seed- und Series-A-Runden mitzubieten. Im Fokus stehen Beteiligungen in Deutschland und Israel, insgesamt ist aber der gesamte europäische Kontinent im Visier der Investoren.

Thematisch will die Venture-Capital-Gesellschaft weitermachen wie bisher: Besonders interessant seien Software- und Marktplatz-Modelle – und da insbesondere der Geschäftskundenbereich und die Finanzindustrie, sagt General Partner Mike Lobanov.

Unter den bis zu 20 Start-ups, die Target Global aus dem neuen Fonds unterstützen will, könnten so zum Beispiel Blockchain- oder Kryptowährungs-Start-ups auftauchen. „Fintech war schon immer eine unserer Prioritäten“, sagt Lobanov. „Wir waren unter den ersten, die Chancen in dieser Branche gesehen und in Start-ups investiert haben, die mittlerweile eine beeindruckende Leistung zeigen.“

Insgesamt verwaltet Target Global eigenen Angaben zufolge 500 Millionen US-Dollar, gesteuert von Büros in Berlin, Tel Aviv, San Francisco und Moskau, wo die Wurzeln der Gesellschaft liegen. Zu den Investitionen gehören jetzige Branchengrößen wie Auto1 oder Delivery Hero, aber auch neuere Unternehmungen wie das Insurtech Wefox, welches kürzlich den Sprung vom Marktplatzanbieter zum Versicherer angekündigt hatte. Auch beim Smart-Home-Technik-Anbieter Smartfrog war Target Global investiert.

Partner: „Berlin muss sich stärker öffnen“

Mit den Zielmärkten Deutschland und Israel soll der Fonds „Global ES 1“ auch die Brücke zwischen zwei Gründerzentren schlagen, die nach Einschätzung der Investoren sehr unterschiedlich ticken. „Deutschland im Allgemeinen und insbesondere Berlin haben vor allem schnell wachsende und stabile Unternehmen hervorgebracht“, sagt General Partner Shmuel Chafets. „Aber wenn Berlin hofft, ein globaler Tech-Hub zu werden, muss es sich echten Innovationen und wegweisenden Technologien gegenüber mehr öffnen.“

Diese Offenheit sei in Israel vorhanden, dafür fehlte dort die Erfahrung mit effizienten Geschäftsprozessen, so Chafets: „Wir sehen bereits einige frühe Stadien einer Zusammenarbeit, glauben jedoch, dass wir helfen können, diese auszubauen.“