In Stuttgart gibt es einen neuen Gründercampus. Die private Initiative will Start-up-Förderung in Baden-Württemberg besser bündeln.

Schule, Studium und dann in den Betrieb: Die Lebensläufe in Baden-Württemberg sind durch die Nähe zu vielen mittelständischen Unternehmen in der Region häufig eingefahren. Bosch, Daimler und andere Mittelständler bieten beständige und gut bezahlte Jobs. Risikoreiches Gründen ist kaum eine Alternative.

Trotzdem ist in den vergangenen Jahren in Stuttgart und Umgebung eine kleine Start-up-Szene entstanden. Um diese weiterzuentwickeln und eine feste Anlaufstelle für Beratung und Austausch zu bieten, gibt es nun die Start-up Campus Stuttgart UG. Für das Land Baden-Württemberg, in dem die Gründerzahlen seit Jahren sinken, eine neue Chance.

Ideengeber und Gründer des Projekts sind Adrian Thoma, Harald Amelung, Benjamin Bestmann, Oliver Böpple und Winfried Richter. „Wir wollen die regionale Start-up-Szene an einem Ort lokalisieren“, sagt Adrian Thoma über den Campus. Der 31-jährige Thoma hat 2008 selbst mehrere Unternehmen gegründet. Darunter ein Start-up, das Erklärvideos für Firmen produziert und mittlerweile über 130 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Als er seine ersten Schritte als Unternehmer ging, hätte es noch keine Beratungsstellen für Gründungswillige gegeben, sagt Thoma. Auf dem neuen Campus sollen nun mittlerweile existierende und zukünftige Gründerangebote zusammenkommen.
B2B-Geschäft in Stuttgart als Standortvorteil

Die Zahl der Neugründungen sinkt in Baden-Württemberg seit Jahren. Wurden 1997 laut des Instituts für Mittelstandforschung noch 54.597 Unternehmen gegründet, waren es 2013 nur 34.093. Die Zahl hat sich zwar zuletzt wieder leicht erhöht, aber das Bundesland brauche langfristig eine gute Strategie und einen zentralen Ort für die Förderung, sagt Thoma. Das Land Baden-Württemberg fördert zwar seit 2008 mit so genannten Innovationsgutscheinen die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen und bietet mehr Gründungsberatung. Der Stuttgarter Initiative reicht das aber noch nicht „Wir wollen einen offenen Ort schaffen, wo sich Gründer wohlfühlen, sich treffen und ihre Idee austauschen können.“