Das Vermögen beeinflusst die Gründungsneigung, behaupten zwei Forscher aus Großbritannien. Frauen gründen daher seltener.

Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Tanya Wilson von der schottischen Universität von Stirling und Robert Sauer (Royal-Holloway-Universität) haben sich in einer Studie mit der Frage beschäftigt, warum Frauen seltener als Männer die Initiative ergreifen, um ihr eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Forscher machen dafür Hindernisse in Form finanzieller Beschränkungen verantwortlich. Ihnen zufolge besteht eine starke Verbindung zwischen dem persönlichen Besitztum und unternehmerischen Aktivitäten. Je wohlhabender eine Person sei, desto wahrscheinlicher werde es, dass sie ein Unternehmen aufbaue.

Hindernisse bei der Kreditaufnahme

Während Männer diesbezüglich oftmals besser aufgestellt seien, fehle es vielen Frauen häufig an Mitteln, um ein eigenes Start-up zu gründen oder ein existierendes Unternehmen auszubauen.

Diesen Zusammenhang sehen Wilson und Sauer vor allem bei alleinstehenden Frauen: Ihren Berechnungen zufolge würden in dieser Gruppe bereits 1000 Pfund mehr auf dem Sparkonto ausreichen, um die Wahrscheinlichkeit einer Gründung um 8,5 Prozent steigen zu lassen.

Hinzu komme, dass die Aufnahme eines Kredits für gründungswillige Frauen – vor allem für alleinstehende – keineswegs einfach sei. Als potenzielle Gründe nennen sie fehlende Sicherheiten, Diskriminierung, aber auch einen Mangel an Risikobereitschaft.

Gründung privater Initiativen gefordert

Die expliziten Gründe müssten der Vollständigkeit halber in einer separaten Studie erforscht werden – die Folge jedoch ist heute bereits deutlich, denn die geringe Gründungsaktivität unter Frauen schade nicht nur der Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch der gesamten Wirtschaft.

Daher fordern die Forscher dazu auf, private Initiativen zu gründen, um Frauen finanziell zu unterstützen und so die Gründungsrate zu erhöhen. Sollte dies nicht funktionieren, müsse die Einführung staatlicher Programme in Erwägung gezogen werden, um die Zahl der weiblichen Entrepreneure zu erhöhen.