Die nächste Generation der Berufseinsteiger stellt Sicherheit vor Selbstständigkeit. Start-ups können da nur schwer mithalten, zeigt eine Umfrage.

Gerade einmal sechs Prozent der Studierenden streben gezielt einen Berufseinstieg in einem Start-up an. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 270 Studenten, die das Kienbaum-Institut für Leadership & Transformation an der Privathochschule International School of Management (ISM) jüngst veröffentlicht hat. Konzerne (mit etwa 33 Prozent) und inhabergeführte Mittelständler (knapp 22 Prozent) sind nach den Ergebnissen der Befragung deutlich interessanter für die Berufseinsteiger.

Ein Blick auf die Ziele der baldigen Berufseinsteiger zeigt, dass der Job vor allem zu ihrem Lebensstil passen sollen – für zwei Drittel der Befragten ist eine gute Work-Life-Balance ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitsplatzwahl. Fast genauso wichtig sind den Studierenden eine hohe Sicherheit und Beständigkeit. Beide Kriterien lassen sich nicht unbedingt mit dem oft forderndern und risikoreichen Job in einem Start-up verbinden. Vergleichsweise gering ist auch der Wunsch nach einem selbstbestimmten und unabhängigen Arbeitsalltag.

Einige viel beschworenen Prinzipien der neuen Arbeitswelten lassen sich in dem Stimmungsbild nicht wiederfinden. Eine kollegiale Arbeitsatmosphäre und die gute Work-Life-Balance ist den Studenten zwar wichtig, flache Hierarchien und ein großer Handlungsspielraum spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle. „Die aktuelle Absolventengeneration scheint die Vorzüge von New Work mitnehmen zu wollen, ein Job mit viel Eigenverantwortung und Freiraum ist ihnen aber dann doch nicht ganz geheuer“, sagt Stefan Diestel, Akademischer Leiter des Kienbaum Instituts an der ISM und Psychologie-Professor. „Der Haken: Das eine funktioniert ohne das andere nicht.“