Die Zahl der innovations- und wachstumsgetriebenen Jungunternehmen steigt. Die Gründer sind typischerweise unter 30 und männlich.

Es ist bekanntes Muster: Brummt die Wirtschaft, sind viele Unternehmen auf Mitarbeitersuche – und kaum jemand geht das Wagnis ein, sich selbständig zu machen. Seit Jahren schlägt sich das in den KfW-Statistiken nieder. Zuletzt meldete die Förderbank im Februar für 2017 einen Rückgang der Gründungszahlen um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nun hat KfW Research neue Zahlen vorgelegt, die ein differenziertes Bild ergeben. Demnach trifft die Gründungszurückhaltung vor allem altbekannte Geschäftsmodelle. Deutlich zugelegt hat im vergangenen Jahr dagegen die Zahl der Start-up-Gründungen – nämlich um 16 Prozent auf 60.000 Firmen. Start-ups definieren die Forscher dabei als innovations- und wachstumsorientierte Jungunternehmen. Häufig seien diese digital, internetbasiert und auf Geschäftskunden ausgerichtet.

Im Vergleich zu traditionellen Existenzgründern sind die Start-up-Unternehmer der Auswertung zufolge im Durchschnitt um drei bis fünf Jahre jünger. Dazu passen Ergebnissen des neuen Gründungsspiegels, den der Bundesverband Deutsche Startups heute veröffentlicht hat. Demnach kann sich fast jeder Zweite 18- bis 29-Jährige vorstellen, ein Unternehmen zu gründen. In der Gesamtstichprobe trifft das nur auf jeden dritten Befragten zu.

Niedriger Frauenanteil

Auffällig ist: Frauen sind der Befragung zufolge deutlich gründungsscheuer als Männer. Das spiegelt sich auch in der KfW-Statistik wider, wonach der Frauenanteil unter Start-up-Gründern nur zwischen 10 und 20 Prozent beträgt. Ein Erklärungsansatz der Forscher: Frauen sind auch in naturwissenschaftlichen Studiengängen unterrepräsentiert – von Absolventen der sogenannten MINT-Fächern geht aber der größte Gründungsimpuls aus.

Andere Studien kommen indes zu dem Ergebnis, das sich der Frauenanteil unter Start-up-Gründern in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht hat. Dabei sind sie überdurchschnittlich erfolgreich, wie eine im Sommer veröffentlichte Analyse der Beratungsfirma Boston Consulting Group nahe legt.