Die Verluste von Soundcloud steigen auf mehr als 50 Millionen Euro. Trotzdem soll Google an dem Start-up interessiert sein.

Vor Weihnachten startete der Berliner Musikstreamingdienst sein neues Abomodell auch in Deutschland. Mitgründer und Chef Alexander Ljung bewarb es als „einzigartiges Angebot, das keiner sonst hat“. Denn im Gegensatz zu den etwa 30 Millionen Songs umfassenden Online-Jukeboxen von Spotify & Co. wartet Soundcloud gar mit 135 Millionen Titeln auf.

Das mit vielen Raritäten bestückte Angebot gab es bislang allerdings umsonst. Offenbar kann das langjährige Vorzeige-Start-up nur wenige Nutzer davon überzeugen, nun 9,99 Euro im Monat dafür zu bezahlen.

Der Analyst Mark Mulligan schätzt laut Bloomberg, dass Soundcloud gerade einmal 250.000 Abonnenten für sein im März 2016 in den USA gestartetes Angebot gewinnen konnte. Das wären gerade einmal 0,1 Prozent der von Soundcloud genannten 175 Millionen Nutzer. Zum Vergleich: Bei Spotify nutzen 40 Prozent der 100 Millionen Nutzer die kostenpflichtige Variante.

Sollte sich das nicht ändern, dürfte es dem Start-up schwer fallen, die immer größere Ausgabenlücke zu schließen. Zwar konnte Soundcloud die bis dahin vor allem durch Werbung erzielten Einnahmen 2015 um 22 Prozent auf 21 Millionen Euro steigern. Doch die Ausgaben wuchsen stärker: Unter dem Strich stand daher ein Verlust von 51 Millionen Euro. Das Minus war damit um mehr als 30 Prozent größer als 2014 (39 Millionen Euro).

Das wirkt sich auch auf den Wert von Soundcloud aus. Google soll zwar eine Übernahme des Start-ups ausloten, doch statt einem erhofften Preis von einer Milliarde und mehr soll Google nur bereit sein 500 Millionen Euro zu zahlen.