Das Motto: „In 54 Stunden von der Idee zum Start-up!“ Mit der Hilfe von Mentoren sollen aus den Anfangsideen echte Geschäftsmodelle werden. Der Weg ist überall gleich: Am Freitag stellen die Teilnehmer ihre Start-up-Ideen vor und bilden Teams, am Samstag arbeiten sie ihre Projekte aus, am Sonntag präsentieren sie sie vor einer Jury.

Doch so glatt läuft es nicht immer. Es gibt an diesem Wochenende Teams, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig anschreien; Teams, die sich entzweien; Teams, in denen derjenige, der die Idee präsentierte, als Alleinherrscher agiert und keine Kritik annehmen will. Und natürlich Teams wie uns, die ihr komplettes Konzept noch einmal umwerfen. Erst am Samstag nannte uns ein Mentor das Beispiel von einem bekannten US-Gründer, der eigentlich ein Videospiel entwickeln wollte, am Ende aber eine Foto-App namens Flickr herausbrachte. Damals konnten wir noch nicht wissen, wie sehr uns dieses Beispiel an diesem Sonntagmorgen noch als Vorbild dienen sollte.

Während unsere Konkurrenzteams schon an ihren endgültigen Präsentationen sitzen, fangen wir noch einmal von vorne an: Geschäftsmodell entwickeln, Zielgruppe abstecken, Nutzen erklären. „Ich hab gerade einen richtigen Adrenalinschub“, sagt Fabian. Während Christian Grafiken für unsere Präsentation baut, arbeitet der Linguistik-Student an seinem Vortrag für den Pitch, tigert auf und ab und übt seine Rede. Pavel und ich setzen uns an den Businessplan, überlegen uns, wie groß unsere Zielgruppe ist und wie viel Umsatz wir schätzungsweise erreichen werden.

„Wir haben keine Zeit!“

Ständig verlieren wir uns in Details, bei den Finanzen, der Präsentation, der Form des Logos – oder auch bei der Frage nach dem Namen: ThesisTracker oder ThesisTamer? „Ich finde sprachlich ThesisTracker besser“, sagt Christian. Das sei einfacher auszusprechen. Erneut Diskussion, bis Pavel schließlich sagt: „Wir haben dafür keine Zeit!“ Die Entscheidung folgt prompt: Aus LifeWeeks wird ThesisTracker. Wir haben noch dreieinhalb Stunden bis zum Pitch.

Zeit für kleine Späße bleibt trotzdem. Als wir uns überlegen, wie wir die Kurse auf unseren Präsentationsfolien nennen sollen, sagt Pavel: „Lass uns doch einfach die Kurse von Frau Lutz nehmen!“ Wir lachen und stimmen zu. Denn Eva Lutz leitet nicht nur die universitätseigene Beteiligungsgesellschaft TTHU und unterrichtet an der Universität, sondern sie wird am Sonntagabend in der Jury sitzen.