Die Start-up-Branche wandelt sich schnell. Deshalb schauen wir an dieser Stelle zurück – auf das, was in dieser Woche in der Gründerszene wichtig war.

Europas größter Fotodienstleister Cewe hat sich am Berliner Start-up Kollwitz Internet beteiligt, das den Online-Shop Juniqe betreibt. Es handle sich um einen geringen Minderheitsanteil, teilte Juniqe der WirtschaftsWoche mit. Zahlen wollte das Start-up nicht nennen. Zudem schlossen beide Unternehmen eine Produktionspartnerschaft. Juniqe druckt Kunstwerke auf Shirts, Bettwäsche und Handyhüllen. Von April an soll Cewe 70 bis 80 Prozent des Drucks und Vertriebs übernehmen, wie Juniqe-Geschäftsführerin Lea Lange der WirtschaftsWoche exklusiv sagte. Kollwitz Internet wurde im Herbst 2013 gegründet, seit vergangenem Jahr ist der Internetshop Juniqe online. Derzeit liefert er seine Produkte in 14 Länder. Bereits heute kommen 40 Prozent des Umsatzes nicht mehr aus Deutschland.

Rocket Internet hat in dieser Woche wieder für viele Schlagzeilen gesorgt – auch in Deutschland. Am Mittwoch hat der Start-up-Inkubator seine Kommunikationsabteilung ausgegründet. Nur fünf Mitarbeiter bleiben im Mutterkonzern, ein Großteil zieht mit zur neugegründeten Agentur von RCKT. Deren Chef Andreas Winiarski bleibt allerdings auch künftig Chef der Kommunikationsabteilung von Rocket Internet. „Unsere DNA ist der Unternehmensjournalismus und da versuchen wir, einfach richtig gut zu werden. Manches müssen wir auch noch lernen, aber zu verlieren haben wir nicht viel“, sagt Andreas Winiarski im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Neue Nachrichten gibt es auch vom Rocket-Internet-Schützling Westwing, der das schwedische Möbelhaus Ikea angreift und zukünftig neben seinem Online-Shoppiungclub auch ein Online-Einrichtungshaus betreiben wird. Während Kunden bei dem Onlineclub angemeldet sein müssen, um beispielsweise an zeitlich begrenzten Rabattaktionen für Möbel und Einrichtungsgegenstände teilnehmen zu können, bietet Westwingnow ein festes Sortiment. Die Lieferung soll ein bis drei Tage dauern.

Wir hatten darüber berichtet, dass die Bastelkiste Tollabox pleite ist. Das ist nicht nur für das Berliner Start-up und deren Gründer bitter, sondern auch für die Crowd, die das Projekt finanzierte. In offenen Worten äußerte sich auch Gründer Oliver Beste in einem Interview: „Wir müssen das eigene Baby aufgeben und enttäuschen diejenigen, die ihr Geld auf unsere Idee und uns als Team gesetzt haben. Entsprechend sind wir natürlich sehr niedergeschlagen und vom langen Ringen mit den Risikokapitalgebern auch erschöpft“, sagte er. Wie es dazu kommen konnte? „Wir haben 2014 fast eine halbe Mio. Euro Verlust gemacht – bei 600 Tsd. Euro Umsatz. Wir brauchten also dringend frisches Geld. Doch mit mehreren VCs (Venture Capitals) haben wir uns nicht auf Konditionen einigen können.“