Gute Nachrichten dominieren aktuell die deutsche Start-up Szene. Unser Kolumnist Niklas Veltkamp fasst die wichtigsten Entwicklungen zusammen.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt Niklas Veltkamp, Mitglied der Geschäftsführung beim Branchenverband Bitkom und dort für Start-ups zuständig.

Das Wetter wird besser, die Pflanzen blühen auf, die Foodora und Deliveroo Fahrradkuriere radeln durch das Berliner Stadtbild. Und auch der Start-up-Szene scheint die frühsommerliche Stimmung gut zu bekommen: Gute Nachrichten dominieren aktuell die Szene-News. Das Berliner Start-up Oderbird, das Unternehmen hinter dem iPad-Kassensystem, hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mehr als 20 Millionen Euro eingesammelt. Und unter den neuen Investoren ist mit Metro ein wichtiger Handelskonzern, der sich mit Bezahlsystemen auskennt.

Ebenfalls 20 Millionen Euro Venture Capital hat sich das Münchener Start-up Tado zur Weiterentwicklung seiner smarten Thermostate gesichert – von der Venture-Tochter des Energiekonzerns Cez-Group aus unserem Nachbarland Tschechien. Christian Deilmann, Gründer und CEO, will jetzt dem von Google aufgekauften Start-up Nest „kräftig einheizen“. Und nicht nur für Tado ist der Smart-Home-Markt heiß – wie eine andere Finanzierungsrunde zeigt: Die Smart-Home-Plattform Rockethome kann nämlich ebenfalls neue Investoren verkünden. Unter anderem ist mit dem Nürnberger Diehl-Konzern ein großer deutscher Player an Bord gekommen.

Investitionen und Übernahmen

Gerade das Thema Smart Home hat in der Vergangenheit auch wegen Sicherheitsbedenken der Nutzer noch nicht richtig an Fahrt aufgenommen. Damit die mit dem Internet verbundenen Geräte besser gegen Hackerangriffe geschützt sind, entwickelt Secucloud eine Software as a Service-Lösung. Mit beteiligt an der jüngsten Finanzierungsrunde im mittleren einstelligen Millionenbereich: die Beteiligungsgesellschaft von Susanne Porsche.

Investments, auch und in stark wachsendem Maße von etablierten deutschen Unternehmen, Mittelständlern und Konzernen, auf der einen Seite – und immer mehr Übernahmen auf der anderen Seite: So wurde beispielsweise vor wenigen Wochen das erst 2014 gegründete FinTech-Start-up Easyfolio, das eine automatisierte Vermögensverwaltung bietet, von der Privatbank Hauck & Aufhäuser übernommen.