Das Start-up-Investment von CDU-Politiker Jens Spahn wird in der Gründerszene positiv aufgenommen. Generell ist der Abstand zwischen Politik und Start-ups jedoch groß.

Manchmal können sich Politik und Start-up-Welt ganz nah sein: Jens Spahn, CDU-Politiker und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hat sich jüngst am Steuersoftware-Start-up Taxbutler beteiligt. Entsprechende Recherchen des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ bestätigte Spahn gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Aus der Gründerszene gab es ein freundliches Feedback: „Ich finde es klasse, wenn Politiker in Startups investieren. Wie könnte man besser Digitalisierung und Bürokratie aus erster Hand erleben?“, kommentierte Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Start-ups (Startup-Verband) bei Twitter.

Generell bleibt die Diskrepanz zwischen den beiden Welten jedoch groß. Das zeigen die Zahlen einer Bitkom-Umfrage unter 255 Gründern, die allerdings bereits im Mai durchgeführt wurde. Auf der Schulnoten-Skala geben die Jungunternehmer der aktuellen Bundesregierung eine Durchschnittsnote von 3,77. Übersetzt entspricht dies einem „Ausreichend“. Ganze 84 Prozent der Befragten gaben an, dass der Politik das Verständnis für die Probleme von Start-ups fehle.

Weniger Bürokratie, einfachere Finanzierungen

Die Wunschliste an die kommende Regierung fällt dementsprechend umfangreich aus – ganz weit oben stehen Bürokratieabbau und mehr Förderprogramme für Frühphasen- und Wachstumsfinanzierungen. Auch an der Infrastruktur hakt es: Knapp jeder zweite Gründer fordert einen schnelleren und flächendeckenderen Breitbandausbau. Als positive Ergebnisse wurde etwa der Ausbau konkreter Programme genannt, dazu zählt etwa die Unterstützung des High-Tech Gründerfonds oder die neue Start-up-Offensive der staatlichen Förderbank KfW genannt.

Auch der Startup-Verband hatte vor kurzem seine Mitglieder nach den wichtigsten Baustellen in der Politik gefragt. Bessere Finanzierungsbedingungen für Investoren zählten hier ebenfalls zu den Favoriten. Dazu kamen etwa Wünsche nach einem Zuwanderungsgesetz – um auch ausländische Fachkräfte unkompliziert einstellen zu können.