Die Unternehmen erproben die gemeinsame Förderung von Start-ups. Diese sollen für die jeweiligen Konzerne Technologie-Projekte umsetzen. 

Wayra Deutschland, die Venture-Einheit von Telefónica, und der Volkswagen-Ableger Data-Lab wollen im kommenden Jahr versuchsweise gemeinsam Start-ups fördern. Gesucht werden Gründerteams aus den Bereichen maschinelles Lernen, Datenanalytik und künstliche Intelligenz, die sich auf Mobilität, Konnektivität oder das Thema „Smart City“ fokussieren. Sie sollen für die jeweiligen Konzerne Technologie-Projekte umsetzen.

Die ungewöhnliche Kooperation folgt auf die Ankündigung des Telekommunikationskonzerns vom November, die Start-up-Förderung neu auszurichten. Der Tenor: Statt einer reinen Finanzspritze soll es eine anfängliche Projektphase geben, in der die Start-ups die Chance haben, Telefónica als Kunden zu gewinnen.

„Die digitale Transformation lässt Grenzen zwischen den einzelnen Industrien immer fließender werden. Auch die Telekommunikations- und die Automobilbranche stehen in manchen Feldern vor ähnlichen Herausforderungen“, erklärt Christian Lindener, Leiter von Wayra Deutschland die Kooperation mit Volkswagen. Der Autobauer positioniert sein Data-Lab als „Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Datenanalyse.“

Start-up-Programme auf dem Prüfstand

Der Auswahlprozess für das erste Start-up beginnt Wayra zufolge im Januar. Gelockt werden Gründer mit dem direkten Kontakt zu Geschäftseinheiten zweier weltweit tätiger Konzerne. Büroräume und technische Infrastruktur werden gestellt. Auch eine finanzielle Unterstützung sichern die Unternehmen zu.

Neben Telefónica richten derzeit auch andere Großunternehmen ihre Start-up-Programme neu aus. So hatte Konkurrent Vodafone kürzlich angekündigt, bei der Auswahl geeigneter Unternehmen gezielter vorgehen zu wollen. Im Fokus sollen künftig Start-ups im Bereich „Internet der Dinge“ stehen, die Lösungen für Geschäftskunden entwickelt haben. Microsoft Deutschland hatte seinen Accelerator bereits im September erneuert: Auch dort stehen seither reifere Technologieunternehmen mit Angeboten für Firmenkunden im Fokus.