Im Vordergrund steht für das Unternehmen das Ziel, den Plastikmüll in der Welt zu reduzieren. Die Gründer Georg Tarne und Paul Kupfer suchten schon während ihres Studiums nach einer plastikfreien Trinkflasche. Als sie keine fanden, trank Tarne Wasser aus aufgefüllten Wodka-Flaschen – keine Dauerlösung.

So wurde Soulbottles geboren: Das Unternehmen verkauft Trinkflaschen aus Glas und mit Keramikverschluss, ganz ohne Plastik. Seit der Firmengründung 2012 verkaufte Soulbottles bereits über 100.000 Flaschen. Pro verkaufter Flasche spendet das Start-up einen Euro an die Organisation Viva con Agua.

Eine ähnliche Einstellung vertritt auch Christoph Müller-Dechent. Während des Auslandsstudiums in den USA jobbte er bei einer großen Café-Kette und erlebte jeden Abend, wie nach Ladenschluss übrig gebliebene Donuts und Sandwiches weggeschmissen wurden. „Das waren 100 Dollar Warenwert am Abend“, erinnert sich der Gründer. Nur in Ausnahmefällen durften die Mitarbeiter die Lebensmittel selbst mitnehmen. „Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, das Ganze zum halben Preis weiter zu verkaufen. Und das hat super geklappt“, sagt er.

Schwarze Zahlen erst in zwei bis drei Jahren

Um der Lebensmittelverschwendung etwas entgegenzusetzen, gründete Müller-Dechent im April 2014 sein Unternehmen Foodloop. Die Idee: Auch Supermärkte könnten Waren, die kurz vor dem Ablauf stehen, zu reduzierten Preisen verkaufen. Über eine App könnten die Betreiber potentielle Kunden immer aktuell über solche Angebote auf dem Laufenden halten. Profitieren würden beide, sagt Müller-Dechent: Die Kunden bekommen Lebensmittel zu vergünstigten Preisen, die Supermarkt-Betreiber verdienen an den Produkten noch etwas Geld, anstatt sie wegzuschmeißen.

Inzwischen ist Foodloop mit einer Verbraucher-App auf dem Markt und hat zudem an der Hardware für die Supermärkte gearbeitet. Der nächste Schritt ist es nun, die Anzahl der Partner auszuweiten: In Deutschland hat bisher nur die Bio-Markt-Kette Naturata das Foodloop-Konzept übernommen. Demnächst sollen fünf Edeka-Märkte in Süddeutschland folgen. Eine spanische Kette mit 70 Filialen ist schon eingestiegen.

Auch Salem El-Mogaddedi hat er große Pläne: Er will demnächst Olivenöl, Datteln und Getreide aus Palästina importieren. Um das zu finanzieren, startet er bald eine Crowdfunding-Aktion. Denn bisher haben er und sein Mitgründer keinen Cent an Conflictfood verdient, das Unternehmen wird vermutlich erst in zwei bis drei Jahren schwarze Zahlen schreiben.

An das Konzept glaubt El-Mogaddedi trotzdem: „Man kann sozial verantwortlich sein und dabei Geld verdienen. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil: Wirtschaftliches Handeln setzt soziale Verantwortung voraus.“