Übernachten in einem Schwimmbad, auf der Alpaka-Farm oder im Museum? Mit dieser Idee konnten die Sleeperoo-Gründer Dagmar Wöhrl überzeugen. Wie es danach weiterging.

Übernachten, wo es sonst niemand darf: Im Schwimmbad, auf einer Obstplantage, im Fußballstadion, in einem Möbelladen, auf einer Alpakafarm oder im Technikmuseum. Was klingt wie der wahr gewordene Kindheitstraum, ist die Geschäftsidee von Karen Löhnert.

Die Gründerin des Start-ups Sleeperoo stellte in der gestrigen Sendung von „Die Höhle der Löwen“ ihren„Sleepcube“ vor, eine Art quadratisches Zelt in Luxusausführung, das an den außergewöhnlichsten Orten platziert werden kann, und in dem Gäste für einen Preis zwischen 90 und 200 Euro übernachten dürfen.

Jurymitglied Dagmar Wöhrl war begeistert und bot der 55-Jährigen die gewünschten 250.000 Euro an. Dafür wollte sie 25,1 Prozent der Anteile am Unternehmen. Wie es nach der Aufzeichnung weiterging, erzählt Karen Löhnert im Interview.

Frau Löhnert, wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit Dagmar Wöhrl aktuell aus?
Wir haben einen Deal mit der Dormero Hotel AG gezeichnet und planen eine strategische Zusammenarbeit mit Schwerpunkt im Marketing und Vertrieb. Das heißt, wir werden gemeinsam auf Messen gehen, Spots akquirieren und Erlebnisnächte über den Vertrieb der Dormero Hotels verkaufen. An zwei Hotel-Standorten sind die Cubes bereits buchbar.

Die Entscheidung, Dagmar Wöhrl mehr Prozente abzugeben, als Sie es ursprünglich geplant hatten, fiel schnell – hatten Sie sich vorher eine Grenze gesetzt?
Nein, aber die Passgenauigkeit der Zusammenarbeit mit dieser Hotelkette war so überzeugend, dass wir nicht lange gezögert haben. Am Ende sind wir bei 24,9 Prozent gelandet, weil unsere KMU-Finanzierung nichts anderes zulässt.

Sie waren Geschäftsführerin des Jugendherbergswerkes Mecklenburg-Vorpommern und haben für Ihren Start-up-Traum eine feste, gut bezahlte Stelle aufgegeben. Wie kam das in Ihrem Umfeld an?
Meine Familie hat die Entscheidung getragen und unterstützt mich. Unkenrufe gab es keine, weil jeder, den ich kenne, versteht, was es bedeutet, den Weg der Herzensangelegenheit zu gehen. Der Vorteil des späten Anfangens ist zudem der, dass die Kinder schon groß sind. Auch an Gelder zu kommen war meines Erachtens nicht schwerer als bei jüngeren Gründern, da man ja im Gegensatz zu einem Youngster mit langjähriger Fach- und Führungskompetenz überzeugen kann.

Im Pitch hieß es, dass Sie mit Location-Scouts zusammenarbeiten – wie viele beschäftigen Sie aktuell? Wie genau sieht deren Arbeit aus?
Location-Scouts sind in ihrer Region gut vernetzt und kennen potenzielle Orte und Macher. Sie arbeiten für uns auf Provisionsbasis und wir rekrutieren neue Scouts, wenn eine Region uns besonders attraktiv erscheint. Die Scouts sondieren dann konkrete Locations und Interessenslagen vor, besichtigen Spots und übergeben an unseren Innendienst, sobald ein Ort sich eignet, weil alle Parameter stimmen.