Hauptinvestor ist der Versicherungskonzern Allianz, der bereits an dem Start-up beteiligt war. Geplant ist nun die Expansion in weitere Länder – darunter Japan.

Vor wenigen Wochen erst hat der digitale Versicherungsmanager Clark 24 Millionen Euro eingesammelt, nun vermeldet ein weiteres deutsches Insurtech eine kräftige Kapitalspritze: 20 Millionen Euro hat Simplesurance von Investoren bekommen. Angeführt wurde die Series-C-Finanzierungrunde nach Unternehmensangaben von der Allianz. Weitere Geldgeber sind Rheingau Founders und Rakuten Capital.

Die Allianz ist bereits seit knapp zwei Jahren an dem Berliner Start-up beteiligt und arbeitet mit diesem zusammen. „Wir haben eine großartige Partnerschaft entwickelt und freuen uns darauf, die Kooperation in den nächsten Jahren zu vertiefen“, sagt Nazim Cetin, Chef von Allianz X. Unter dem Namen bündelt der Versicherer seine Digitalaktivitäten und investiert in Start-ups – zuletzt etwa in die Smartphone-Bank N26.

Für Simpesurance sind auch die beiden anderen Geldgeber keine Unbekannten. Sowohl die Riskokapitalgesellschaft Rheingau Founders als auch das japanische Internetunternehmen Rakuten waren bereits an der letzten Finanzierungsrunde beteiligt.

Vertreten in 2500 Onlineshops

Das 2012 durch Robin von Hein und Joachim von Bonin gegründete Start-up betreibt eine Plattform, die Onlineshops, Versicherer und Kunden zusammenbringt. Unternehmensangaben zufolge nutzen 2.500 Onlineshops in 30 Ländern das Angebot – darunter die Smartphonehersteller Oneplus und Huawei sowie die Marktplätze Real und Rebuy. Die Endkunden bekommen direkt im Warenkorb eine passende Versicherung angeboten.

In neun europäischen Ländern ist Simplesurance zudem mit eigenen Endkunden-Portalen vertreten – in Deutschland unter dem Namen schutzklick.de. Kunden können dort Produktversicherungen etwa für Smartphone abschließen, das Start-up ist dabei Vermittler. Von Hein bezeichnete sich deswegen auch schon mal als „Herr Kaiser im Web 2.0”.

Expansion nach Japan

Seit einem Jahr entwickelt und vertreibt das mittlerweile 150 Mitarbeiter große Unternehmen zudem die Schutzklick-App, einen digitalen Versicherungsmanager. Nutzer können darüber ihre bestehenden Versicherungen auf dem Smartphone digital verwalten und sich von einem persönlichen Makler beraten lassen.

„Die Investition wird uns dabei unterstützen, unseren internationalen Wettbewerbsvorteil als führender Anbieter einer Versicherungsplattform zu stärken, sowie unsere künftigen Expansionsstrategien fördern“, sagt von Hein. Noch für dieses Jahr geplant sei der Start in Japan.

Die Erfolgsmeldungen von Clark und Simplesurance zeugen von dem anhaltend großen Investoreninteresse an deutschen Versicherungs-Start-ups. Im vergangenen Jahr konnten diese laut Finanzchef24 insgesamt knapp 60 Millionen Euro einwerben. Die Zahl der Start-ups auf dem Markt hat sich indes laut einer Erhebung der Strategieberatung Oliver Wyman und der Policen Direkt-Gruppe zwischen Mitte 2016 und Ende 2017 mehr als verdoppelt. Die Studienautoren erwarten allerdings, dass es zu Marktaustritten kommt.