Der Einkaufshelfer Shopwings beendet laut eines Medienberichts das Geschäft in Deutschland. Offiziell spricht das Rocket-Start-up von einer „Fokusverlagerung“.

Als Shopwings im Oktober in Deutschland startete, schürte das Einkaufs-Start-up große Erwartungen. „Wir bieten einen Service, der nicht nur schnell, sondern auch praktisch und komfortabel ist“, hieß es damals in der Pressemitteilung des Unternehmens, in das auch Rocket Internet investierte. Die Gründer um Florian Jaeger wollten den Lebensmitteleinkauf in Deutschland revolutionieren.

Doch die Idee, den deutschen Konsumenten mit persönlichen Shoppern den Einkauf abzunehmen, kam offenbar nicht so gut an wie erwartet: Shopwings will sein Geschäft in Deutschland nun offenbar schließen, wie das Onlineportal „Gründerszene“ berichtet. Demnach soll die Einkaufsplattform schon in den kommenden Tagen abgeschaltet werden. Auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer wollte ein Sprecher den Bericht nicht bestätigen, äußerte sich aber mit den Worten: „Es wird kein weiteres Wachstum in Deutschland geben.“

Shopwings wollte den Lebensmitteleinkauf mit persönlichen Shoppern verändern. Der Konsument konnte sich auf der Plattform die Lebensmittel aussuchen, die er gerne von Lidl, Rewe oder Aldi haben wollte. Der Einkauf sollte genauso teuer sein wie im Geschäft – obwohl zwischenzeitlich Kritik laut wurde, dass dies nicht immer der Fall sei. Dafür, dass der Kunde seinen Einkauf nach Hause geliefert bekam, zahlte er pauschal 4,90 Euro. Bisher agierte das Start-up in Berlin und München.

Der Durchbruch in Deutschland lässt auf sich warten

Im Februar gab das Start-up seine erste Kooperation mit dem Einzelhändler Tengelmann bekannt. Von Anfang an hatte Shopwings darauf gesetzt, auf Dauer mit den großen Supermarktketten zu kooperieren. Doch die Partnerschaft mit Tengelmann hat dem Geschäftsmodell offenbar keinen weiteren Schub verleihen können.

Ein Grund für das geringe Interesse am Lebensmittelonlinehandel sehen Experten in der guten Infrastruktur in Deutschland: Besonders in Großstädten ist der nächste Supermarkt oft zu Fuß zu erreichen. Und auch, wenn Studien den Onlinehandel mit Lebensmitteln immer wieder vor dem Durchbruch sehen, ist der Marktanteil noch verschwindend gering.

Trotzdem steht das von Rocket Internet unterstützte Start-up nicht ganz vor dem Aus. Dass das Unternehmen in Deutschland nicht mehr wachsen werde, stehe im Zusammenhang „mit unserer Fokusverlagerung auf Australien und Südostasien“, so ein Sprecher gegenüber WiWo Gründer. Das Geschäftsmodell funktioniere in Australien sehr gut, da zeigten die ersten Monate in Sydney. Shopwings will daher in den nächsten Monaten auch in Melbourne starten.