Der Lieferdienst Shopwings hat erstmals einen Partner aus dem Einzelhandel gefunden. Für den Rocket-Internet-Zögling soll es nicht der Einzige bleiben.

Verhandlungen mit dem Einzelhandel führte Shopwings schon, bevor der Lieferdienst für Lebensmittel im Oktober 2014 an den Start ging. Die erste Kooperation mit einem klassischen Einzelhändler gibt es jedoch erst jetzt: Das von Rocket Internet unterstützte Unternehmen arbeitet künftig mit dem Feinkosthändler Frischeparadies zusammen.

Shopwings bezeichnet die Zusammenarbeit als „weiteren Schritt“ auf dem Weg, „sich als Partner des stationären Lebensmittelhandels zu etablieren“. „Das ist die erste Kooperation, die wirklich zustande gekommen ist“, sagte ein Sprecher von Rocket Internet auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Die Vereinbarung ziele auf einen Informationsaustausch zwischen Shopwings und Frischeparadies ab. Der Einzelhändler Frischeparadies ist in zehn deutschen und österreichischen Städten vertreten. Das Unternehmen verspricht sich von der Kooperation die Möglichkeit, seinen Kunden die Produkte „bei Bedarf kurzfristig nach Hause bringen zu lassen“. Das klappe „durch unsere neue Kooperation nun hervorragend“.

Das Start-up Shopwings bietet einen Lieferdienst für Lebensmittel an, bei dem ein sogenannter persönlicher „Shopper“ für den Konsumenten in einem Supermarkt einkaufen geht. Das kostet den Kunden pauschal 4,99 Euro pro Lieferung plus den Preis des Einkaufs. Der Verbraucher muss seine gewünschten Lebensmittel dabei lediglich im Onlineangebot von Shopwings anklicken.

Da das Start-up jedoch keine offiziellen Produktbilder benutzen durfte, musste Shopwings die einzelnen Lebensmittel bisher aufwändig selbst abfotografieren. Durch die Kooperation mit dem Frischeparadies wird dies nun etwas einfacher. Dadurch könne man nun auch 2200 offizielle Produktfotos übernehmen, so der Rocket-Sprecher. Auch über Preisaktionen würden die Kunden informiert. Zudem werde Shopwings auch auf dem Onlineportal des Frischeparadies eingebunden.

Wenn es nach dem Rocket-Zögling geht, bleibt das Frischeparadies nicht die letzte Kooperation. Schon vor dem Start stand das Unternehmen auch mit großen Händlern in Verhandlungen.

Gerüchten zufolge soll auch Tengelmann Ventures bei Shopwings einsteigen – zumindest hat der Einzelhändler, der seine eigenen Geschäfte an Edeka veräußern will, einen Antrag beim Bundeskartellamt gestellt, sich an der Shopwings-Holding Digital Services XXl in Luxemburg zu beteiligen. Laut Webseite des Kartellamts wurde diesem Geschäft noch im Dezember die Freigabe erteilt. Rocket selbst wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.