Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Share, Tobias Reiner, Sebastian Stricker, Iris Braun und Ben Unterkofler überzeugen. Sie verkaufen Handelsprodukte mit sozialem Bonus. Wie urteilt Investor Felix Haas?

Eine halbe Minute mit Investor Felix Haas im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bauen ein soziales Unternehmen auf. Für jedes Produkt, das ein Kunde im Laden kauft, erhält ein Mensch in Not Hilfe. Wer etwa eine Flasche Mineralwasser erwirbt, spendet einen Tag Trinkwasser. Wer einen Nussriegel kauft, verschenkt eine Portion Essen. Wer ein Stück Seife kauft, ein Stück Seife. Damit  decken wir die menschlichen Basisbedürfnisse ab: Essen, Trinken, Hygiene. Wir übernehmen für die Produkte das Marketing und die Supply-Chain. Die Produktion und die sozialen Projekte setzen wir mit Partnern im In- und Ausland um.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Die Idee kam Sebastian. Er hat bei jeder seiner Mahlzeiten per Handy über die App ShareTheMeal Geld  gespendet. Als er das Handy mal vergessen hatte, hatte er keine analoge Alternative. Die bieten wir.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Hoffentlich! Ab dem 12. März gibt es unsere Produkte deutschlandweit in mehr als 5000 Filialen von Rewe und dm – damit können wir unsere Kosten bis Ende des Jahres decken. Wir wollen die coole Form eines sozialen Unternehmens schaffen: Mit unserem 1+1-Prinzip erwirtschaften wir Gewinne – aber nur dann, wenn sie zugleich mit einem signifikanten sozialen Nutzen einhergehen. Bis jetzt haben wir testweise kleine Stückzahlen über befreundete Cafés verkauft.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei
Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Sicher nicht gnadenlos. Unsere Kultur erinnert eher an einen Skikurs ohne Lehrer.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind 13 Leute, ungefähr zur Hälfte Männer und Frauen, im Alter von Anfang 20 bis Ende 30, und wir kommen aus Deutschland, Österreich, Russland sowie Großbritannien.

Was war euer größter Rückschlag?
Einen echten Rückschlag hatten wir noch nicht. Allerdings wird es als Start-up-Gründer anstrengend, wenn man nach 23 Uhr mit der Arbeit noch nicht fertig ist.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
In Regalen überall in Europa.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2017
Mitarbeiter: 13
Erfolge: Vertrieb über 5000 Filialen von Rewe und DM sowie ein eigener Onlineshop.

Wie urteilt der Profi?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

Urteil: Tolle Gründung! Direct-to-Consumer verbunden mit authentischer Gründerstory und sozialer Mission. Das von erfahrenen Gründern und begleitet von hervorragenden Unterstützern.

Felix Haas, Gründer des Onlineticketanbieters Amiando, Investor und Co-Organisator der Gründerkonferenz Bits & Prezels