Das Start-up ist mit einem Controller für vernetzte Geräte bekannt geworden – und will nun eng mit dem Mittelständler Gira zusammenarbeiten.

Smartphone rauskramen, Passwort eingeben, App öffnen: Will man zu Hause eine vernetzte Lampe per App anschalten, sind genau diese Schritte nötig. Zu umständlich, befanden Tobias Eichenwald, Felix Christmann und Philip Michaelides, als sie vor fünf Jahren Senic gegründet haben. Das Trio entwickelte in Berlin einen kreisrunden Controller mit Touchoberfläche, mit dem sich Geräte im Smarthome auch ohne Mobiltelefon steuern lassen. Angepriesen als universelle Fernbedienung, wurde das Nuimo getaufte Gerät 2015 bei Kickstarter zum Erfolg – ein halbe Million Euro investierten Vorbesteller.

Seither stehen die Zeichen auf Wachstum: Inzwischen arbeiten über 20 Mitarbeiter bei Senic. An der Finanzierungsfront meldet das Berliner Start-up nun einen neuen Meilenstein: Vier Millionen US-Dollar – rund 3,2 Millionen Euro – haben die Gründer gerade bei Investoren eingeworben. Geldgeber sind der in den USA ansässige Frühphaseninvestor Birchmere Ventures, die deutsche VC-Gesellschaft Target Partners sowie der Mittelständler Gira.

Der in Radevormwald ansässige Spezialist für Gebäudesteuerung und das Berliner Start-up wollen künftig eng zusammenarbeiten. Senic könne eine wichtige Rolle spielen, um die Benutzererfahrung im Smarthome-Bereich zu verbessern, so Christian Feltgen, Technikchef von Gira. „Umgekehrt wird Senic von unserer langjährigen technologischen Erfahrung und unserer hervorragenden Position in vielen Märkten profitieren.“ Dazu passt die Ankündigung der Senic-Gründer, mit dem frischen Kapital auch in die Entwicklung design-orientierter Smarthome-Systeme für andere Unternehmen einsteigen zu wollen.

Alternative zu intelligenten Lautsprechern

Ein zweites Standbein im B2B-Bereich aufzubauen, ist ein strategisch cleverer Schachzug. Denn im Geschäft mit Endkunden wächst der Konkurrenzdruck. Zwar bleibt der Controller, der optisch an einen Eishockey-Puk erinnert, ein Alleinstellungsmerkmal. Aber mit Amazon Echo, Apples Homepod oder Google Home haben Techriesen zuletzt Lautsprecher-Systeme mit integrierten Sprachassistenten auf den Markt gebracht. Diese Systeme erlauben es ebenfalls, ganz ohne Smartphone andere Geräte zu steuern und Musik abzuspielen.

Gegenhalten will das Berliner Start-up mit seinem zweiten Produkt, das ab Mai ausgeliefert werden soll: Covi kombiniert eine Designerleuchte mit Mikrofonen. Integriert ist Amazon Alexa, weitere Sprachassistenten sollen folgen. So sollen sich dann auch mit Covi andere vernetzte Geräte wie Lampen, Thermostate und Lautsprecher steuern lassen.