Das Münchener Start-up SendCloud hat fünf Millionen Euro von Investoren erhalten – und will mit dem frischen Geld die Mitarbeiterzahl verdoppeln.

In einer neuen Finanzierungsrunde hat das Start-up SendCloud Investments in Höhe von fünf Millionen Euro eingeworben. Geldgeber sind die Fondsgesellschaften HenQ, BOM und TIIN Capital. Mit 50 neuen Mitarbeitern wollen die Münchener auf dem europäischen Markt angreifen, damit verdoppelt sich die Teamgröße auf 100 Mitarbeiter. Allein in Deutschland und Österreich sollen 15 neue Stellen entstehen.

SendCloud wirbt mit einem cloudbasierten Programm, das die Versand- und Retourenprozesse von Einzelhändlern im Netz optimieren soll. Mit den neuen Investments will das Start-up sein Versandtool weiterentwickeln. Künftig sollen dann auch große E-Commerce-Händler mit mehr als 20 000 Sendungen pro Monat das Programm nutzen können.

Das Start-up mit Sitz in München wurde 2012 von drei niederländischen Jungunternehmern gegründet. Die Entwicklung des Versandtools geht auf einen Webshop für Handy-Zubehör zurück – die Gründer waren nach eigenen Angaben von den mühsamen Versandprozessen genervt. SendCloud hat in drei Finanzierungsrunden bereits insgesamt acht Millionen Euro Investorenkapital eingesammelt.

Fokus auf DACH-Region

Wachsen will die junge Firma insbesondere in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich. „Wir bei HenQ glauben, dass SendCloud die wichtigste E-Commerce-Versandplattform Europas werden kann“, wird Jan Andriessen, Partner bei HenQ, in einer Pressemitteilung zitiert. Der Investor ist auf B2B-Software-Unternehmen in den Niederlanden und anderen Ländern Europas spezialisiert und steigt bevorzugt in der Frühphase ein. Zu den weiteren Investments gehört unter anderem das Personalmanagement-Start-up Impraise. Auch die beiden anderen Geldgeber BOM und TIIN Capital haben ihren Sitz in den Niederlanden.

Mit ihrem Geschäftsmodell setzen die SendCloud-Gründer auf den stark wachsenden E-Commerce-Bereich. Die Branche setzte im Jahr 2016 im Privatkundengeschäft allein mit Waren rund 52,7 Milliarden Euro um, so die Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Für 2017 erwartet der Verband einen Jahresumsatz von 58,5 Milliarden Euro, dahinter steht eine Wachstumsprognose von elf Prozent. Die Start-ups der E-Commerce-Branche sammeln aktuell zum Teil hohe Beträge ein, darunter die Shopping-Plattform NewStore, der Online-Shop für Tierfutter AlphaPet und die Handelsplattform für Designstücke Monoqi.