Über den Marktplatz können Metalle gehandelt werden. Der Recyclingkonzern treibt parallel die Zusammenarbeit mit externen Start-ups voran.

Den Wertstoffhandel digitalisieren: Das ist das Ziel des Marktplatzes Scrappel, der heute nach einer geschlossenen Beta-Phase offiziell gestartet ist. Hinter der Plattform, über die zunächst Altmetalle und Eisenschrott gehandelt werden können, steckt eine Ausgründung des Berliner Recyclingkonzerns Alba. „Wir haben mit unserer Plattform die längst notwendige Lösungen für einen zeitgemäßen Handelsprozess mit Wertstoffen entwickelt“, sagt Matthias Spanic, Geschäftsführer des Konzern-Start-ups.

Mit dem Angebot zielt Scrappel auf professionelle Händler, Stahlwerke und sogenannte Aggregate-Betreiber, die den angelieferten Schrott verarbeiten. Auch wenn das Geschäft meist regional begrenzt ist, sieht Spanic ein großes Marktpotenzial: „Jedes Jahr werden in Deutschland rund 2,5 Millionen Buntmetalle und circa 20 Millionen Tonnen Eisenschrotte gehandelt.“ Künftig sollen über die Plattform auch weitere Wertstoffe gehandelt werden können.

Verkäufer können bei Scrappel sowohl Festpreise als auch ein Auktionsverfahren wählen. In den Marktplatz integriert ist eine Chatfunktion für weitere Absprachen, zudem soll die Zahlung dort abgewickelt werden. Der Käufer zahlt bei jeder Transaktion eine Provision an Scrappel.

Versprechen der Unabhängigkeit

Eine Besonderheit: Auch Alba kann auf der Plattform als Anbieter oder Verkäufer auftreten. Spanic verspricht, dennoch unabhängig vom Mutterkonzern zu agieren und keine Händler zu bevorzugen. Man habe deswegen auch eine eigenständige Firmierung und einen eigenen Markenauftritt gewählt.

Das Marktplatz-Modell erinnert an das Vorgehen der Deutschen Post: Der Bonner Logistikkonzern hat vor einem Jahr die digitale Frachtplattform Saloodo gestartet. Das Unternehmen vermittelt Aufträge zwischen Transportdienstleistern und Versender. Als Anbieter tritt auf der Plattform aber auch die konzerneigene Frachtsparte DHL Freight auf.

Accelerator-Programm Beyond1435

Scrappel ist indes nicht der einzige Ausflug von Alba in die Start-up-Welt. Der Recyclingdienstleister ist bereits an Beyond1435 beteiligt. Das Accelerator-Programm, das die Deutsche Bahn und Plug and Play ins Leben gerufen haben, umwirbt Start-ups mit Fokus auf Mobilität und Logistik. Weitere Kooperationspartner neben Alba sind Siemens, Bombardier, die Schweizer Bundesbahn und Tui.

Alba gibt sich zudem auch abseits des Accelerators offen für Kooperationen mit Start-ups. Der Konzern hat im September das „Blue House InnovationLAB“ in der Berliner Firmenzentrale gegründet, um dort Innovationsthemen zu bündeln.