Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche will die Gründerin von Schlüter Uniformen, Kathrin Schlüter, überzeugen. Sie schneidert Uniformen auf Maß. Wie urteilt Investorin Andrea Kranzer?

Eine halbe Minute mit Investor Andrea Kranzer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Bisher hatten 63 000 Offiziere und Reserveoffiziere der Bundeswehr kaum Alternativen zur Standarduniform. Die aber ist seit Jahrzehnten nicht modernisiert worden. Wir sind die erste Uniform-Maßschneiderei im Web. Offiziere können bei uns eine Uniform online bestellen, die zeitgemäß geschnitten ist. Sie können sie für Heer, Luftwaffe und Marine individuell konfigurieren, ein Innenfutter wählen, das etwa zur Farbe ihrer  Waffengattung passt oder auch ihr Schiffswappen eindrucken lassen. Alle Abzeichen, die wir aufnähen, sind handgestickt. Unsere Kunden können in einer unserer 22 Partnerschneidereien Maß nehmen und die Uniform nach einer Beförderung auch ändern lassen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Mein Mann ist Admiralstabsoffizier. Wir haben deshalb viele Offiziere im Freundeskreis. Da gab es immer wieder Beschwerden über schlecht sitzende Uniformen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Lange bevor unser Onlineshop im März gestartet ist, hatten wir erste Bestellungen – obwohl die Soldaten die Uniform selbst bezahlen müssen. Inzwischen hat sich das bis zu Militärattachés in Washington herumgesprochen. So verdienen wir von Anfang an Geld.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …bei uns ist sie patriotisch mit einem Sinn für Individualität. Die Trägerinnen und Träger sollen die Uniform wieder mit mehr Stolz tragen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind zwei Gesellschafter. Ich habe das Start-up in meiner Elternzeit nahezu allein aufgebaut. Und betreibe es noch immer allein. Mittelfristig werden wir aber einstellen.

Was war euer größterRückschlag?
Es gibt bei dem, was wir tun, unendlich viele Vorschriften. Wir müssen einen Mittelweg finden zwischen den Regeln und dem Trend.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Auch die Handelsmarine, Feuerwehren und ausländische Streitkräfte sind für uns interessant. Wir wollen zunächst aber mehr Accessoires und Abendgarderobe anbieten.

Fakten zum Start-up:

Gründung: 2017
Finanzierung: privat

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Vor dem Hintergrund von mehr Individualisierung bei Fachbekleidung eine interessante Idee. Spannend wird sie, kommen mehr Zielgruppen hinzu.“
Andrea Kranzer, Business Angel und Gründerin der Kindergeburtstagsplattform Balloonas