Im Elevator-Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Saralon an. Ihre Elektro-Tinte lässt Parfüm-Flakons leuchten und Diebe auffliegen. Wie urteilt Inkubator-Chef Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir haben Tinten entwickelt, mit  denen sich massenhaft und billig Elektronik drucken lässt. Unsere Kunden setzen sie ein, um Verpackungen sicher zu versiegeln. So kann eine ganz normale Druckerei mit ihren Maschinen einfach Schaltkreise, Sensor, Display und Batterie auf einen Karton drucken. Hat jemand unterwegs die Verpackung aufgebrochen, zeigt der aufgedruckte Bildschirm das. Unsere Kunden machen mit der Technik auch im Laden auf ihre Ware aufmerksam. So lassen wir beispielsweise Parfüm-Flakons leuchten und blinken.

Wie seid  ihr auf die Idee gekommen?
Das Kernteam stammt aus dem Institut für Print- und Medientechnik der Uni Chemnitz, das bei gedruckter Elektronik weltweit vorn mitspielt. Da kommt die Grundlagenforschung her.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen in erster Linie die Tinte, vermarkten aber auch die Anwendungen selbst – wie etwa das Schaltkreisdesign, das Werbeposterund Verpackungen zumLeuchten bringt. Außerdem trainieren wir Druckereien darin, mit unserer Tinte solche Elektronik zufertigen. Aktuell wachsen wir sehr stark, etwa in Südamerika, Indien und den USA. Erste Gewinne wollenwir in ein bis zwei Jahren machen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie beiApple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sehen uns selbst  als professionell fokussiert, aber wir haben durchaus auch Spaß bei der Arbeit.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser halbes Team kommt aus Indien. Ein so hoher Ausländeranteil ist in Chemnitz ungewöhnlich. Momentan sind wir nur Männer, wollen das aber ändern.

Was war euer größter Rückschlag?
Als ein sicher ge glaubter strategischerInvestor kurz vor Vertragsschlussabgesprungen ist.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann setzen wir auch noch ein paar weitere Ideen um wie ein Postpaket, das permanent selbst seinen Standort übermittelt.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2015
Kunden: Mehr als 100 Kunden vor allem aus der Konsumgüterindustrie
Mitarbeiter: neun Mitarbeiter, darunter Rakesh Nair (links), Björn Engler,Jan Joachim und Deep Prakash

Wie urteilt der Profi?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5
Urteil: „Ein gelungenes Beispiel für Forscher, die ein Hightech-Produkt entwickelt und ein Unternehmen gegründet haben. Wir werden noch viel hören von Sarolon.“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1stMover