Die Forscher beeinflussen die Hautflora, um etwa Akne und Schuppen zu bekämpfen. Der Neuinvestor gibt an, sich Start-ups stärker öffnen zu wollen.

Die menschliche Haut ist ein Lebensraum: Milliarden von Bakterien siedeln dort. Der Erforschung dieser Mikrofolora hat sich S-Biodemic verschreiben. Das Ziel sind neue Medikamente und Kosmetikprodukte. Vielversprechende klinische Versuche haben dem deutsch-belgischen Start-up nun zu einem Investment in Höhe von zwei Millionen Euro verholfen.

Lead-Investor ist der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, zu dem bekannte Marken wie Nivea, Tesa und Hansaplast gehören. Weitere Geldgeber sind das Schweizer Investoren-Netzwerk investiere.ch sowie Johnson&Johnson. Der US-Kosmetikriese war schon vorher an S-Biodemic beteiligt. Das Start-up hat aktuell seinen Hauptsitz im Johnson&Johnson-Inkubator J-Lab im belgischen Beerse. Geforscht wird indes in einem Labor der Universitätsklinik Madgeburg.

Beiersdorf will das Investment als Startschuss für eine engere Zusammenarbeit mit Gründern verstanden wissen: „Mit unserer Kapitalbeteiligung an S-Biomedic öffnen wir uns für Kooperationen mit Start-up-Unternehmen als Pioniere für Zukunftstechnologien“, lässt sich Vorstandsmitglied Ralph Gusko in der Pressemitteilung des Hamburger Konzerns zitieren. Die Forschungen an der Mikroflora sollen demnach von beiden Unternehmen gemeinsam vorangetrieben werden.

Mittel gegen Akne

Die drei S-Biomedic-Gründer Veronika Oudova, Bernard Paetzold und Marc Guell wollen zunächst ein Produkt gegen Akne zur Marktreife bringen. Entsprechende Studien mit Probanden waren offensehr sehr erfolgreich, wie in einem Porträt der Investitionsbank Sachsen-Anhalt dargelegt wird. Demnach beruht die Behandlung darauf, einzelne Bakterienstämme zu ersetzen, um eine ausgeglichene Hautflora zu erreichen.

Noch im Entwicklungsstadium sind Konzepte zur Verlangsamung der Hautalterung und der Behandlung von Schuppen. Dabei soll es aber nicht bleiben: Wie S-Biodemic mitteilte, sollen weitere Forschungsprogramme gestartet werden. Bis zum Abschluss der Series-A-Finanzierungsrunde im September will das Start-up deswegen noch weitere Kapitalgeber finden.