Die Samwer-Brüder investieren rund 100 Millionen Euro in das Start-up HelloFresh. Nur ein Beispiel dafür, wie sehr Rocket Internet online auf Lebensmittel setzt.

Es war eine gute Woche für die Lebensmittel-Start-ups von Rocket Internet: Zuerst gab Schützling Shopwings seinen ersten Handelspartner bekannt, dann verkündeten die Samwer-Brüder den Einstieg bei Lieferheld. Und nun investieren sie gemeinsam mit einem anderen Geldgeber auch noch insgesamt 110 Millionen Euro in das Unternehmen HelloFresh.

Für HelloFresh, ein Start-up, das Zutaten gemeinsam mit Rezepten verschickt, ist es bereits die zweite Finanzspritze binnen weniger Monate. Erst im Juni hatte das Unternehmen 50 Millionen US-Dollar von dem Fonds Insight Venture Partners und Phenomen Ventures erhalten. Insight Venture hat nun noch einmal zehn Millionen Euro zu der Finanzierung beigesteuert. Das frische Kapital will HelloFresh nach eigenen Angaben vor allem „in Qualität und Service“ investieren. Durch das Geld solle das Start-up flexibler werden.

Durch das Beispiel HelloFresh wird auch immer klarer, dass die Samwers auf das Wachstum des immer noch kleinen Anteils virtueller Einkaufsdienste im Netz bauen. In einer aktuellen Präsentation heißt es dazu: „Lebensmittel sind die nächste Grenze im E-Commerce.“ Durch das Investment in HelloFresh, von dem allein 100 Millionen Euro von Rocket kommen, ergattert der Start-up-Inkubator auch die Anteilshoheit an HelloFresh. Statt 37 Prozent halte man künftig fast 52 Prozent an dem 2011 gegründeten Rezeptelieferanten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Konzentration auf den Lebensmittelmarkt zeigt sich auch an einem aktuell veröffentlichten Geschäftsbericht. Demnach bündelt der Inkubator seine Lebensmittel-Start-ups künftig unter einem eigenen Label, der Global Online Takeaway Group. Dazu zählen Beteiligungen an Foodpanda, Lieferheld sowie La Nevera Roja und Pizzabo.

Zudem zeigt der Geschäftsbericht, dass Rocket Internet auch in die noch sehr jungen Start-ups EatFirst und Bonativo investiert hat. EatFirst, ein Lieferdienst für die Mittagszeit, wurde demnach mit 500.000 Euro von den Samwers unterstützt. Insgesamt erhielt das Start-up Kapital in Höhe von fünf Millionen Euro. In Bonativo, das regionale Lebensmittel in die deutschen Haushalte bringen soll, steckte Rocket Internet noch einmal 800.000 Euro. Bonativo kann insgesamt mit Kapital in Höhe von 3,2 Millionen Euro haushalten.