Das amerikanische Start-up Ring stand vor der Pleite – die Rettung kam mit der US-Gründershow “Shark Tank”. Wieso Siminoff jetzt den deutschen Markt erobern will.

Von Franziska Andre

Eigentlich war das Ding durch: James Siminoff stand mit “Doorbot”, einer Haustürklingel, die ein Bild des Besuchers an das Handy funkt, kurz vor der Pleite. Die amerikanische Fernsehshow “Shark Tank”, Vorbild für das deutsche Format “Höhle der Löwen”, rettete ihn dann – allerdings eher indirekt. Im Interview mit WiWo Gründer berichtet Siminioff, was er nun mit dem Geld eines prominenten Investors vorhat. Und warum ihn die deutsche Immobilienlandschaft äußerst optimistisch stimmt. Und warum der ursprüngliche Name dringend der neuen Marke Ring weichen musste, um Erfolg zu haben.

Herr Siminoff, Ihre Türklingel soll für mehr Sicherheit sorgen. Wurde bei Ihnen schon mal eingebrochen?

Jamie Siminoff: Glücklicherweise nicht. Die Idee kam mir, als ich in der Garage gearbeitet habe und dort die Türklingel nicht hören konnte. Da dachte ich, es wäre super, wenn ich die Klingel per Handy beantworten könnte. Das war 2011. Ich habe dann eine Klingel für mein Haus gebaut, die über WLAN mit dem Smartphone verbunden war.

Wie genau funktioniert das?

Die Türklingel ist per Internet mit dem Smartphone verbunden. Wenn es klingelt, bekommt man einen Anruf auf das Handy. So kann man von überall aus sehen, wer vor der Tür steht, und auch mit ihm sprechen.

Mit Ihrem Produkt sind Sie 2013 in der Fernseh-Show „Shark Tank“ aufgetreten, dem amerikanischen Pendant zur deutschen Gründershow „Die Höhle der Löwen“. Ihr Produkt war zu dem Zeitpunkt schon eine Weile auf dem Markt. Warum haben Sie sich für den Auftritt entschieden? Brauchten Sie das Geld?

Ehrlich gesagt: ja. Ich war pleite.

Darum wollten Sie einen Deal?

Ja, das war der Plan…

 … aber der ist nicht aufgegangen. Das war sicher ein herber Rückschlag für Sie.

Das hat mich ziemlich geschockt. Wir hatten den Auftritt sehr gut vorbereitet und waren eigentlich überzeugt davon, einen Deal zu bekommen. Dennoch hat die Show uns gerettet: Sie hat in den USA viele Zuschauer und bescherte uns dadurch eine Menge Aufmerksamkeit. Nach dem Auftritt sind die Verkäufe durch die Decke gegangen.

Damals haben Sie die Klingel noch unter dem Namen „Doorbot“ präsentiert – darunter wurde sie bekannt. Warum haben Sie den Namen später geändert?

Es war ein schlechter Name für die Haustürklingel. Es klingt niedlich, aber „Doorbot“ erinnert stark an „Robot“ und damit nach viel Technik an der Haustür. Das will keiner. Wir wollten einen Namen, der nicht nur für die Klingel funktioniert, sondern für die ganze Firma. Ring hat zwei Bedeutungen: Zum Einen das „an der Tür klingeln“ und zum anderen den „Ring of Security“ um das ganze Haus herum.

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