Das Bonner Start-up Rigontec täuscht dem Körper eine Virusinfektion vor. So aktiviert es die körpereigene Abwehr gegen Tumore.

von Susanne Kutter
Moderne Krebsmedikamente keulen nicht mehr mit nebenwirkungsreichen Chemikalien alle sich schnell teilenden Zellen im Körper nieder, um so auch die Tumorzellen zu erwischen. Sie bringen stattdessen die körpereigene Abwehrtruppe – das Immunsystem – gegen den Krebs in Stellung.

Allerdings tarnen sich die Tumorzellen meisterhaft und machen sich für die Immunabwehr unsichtbar. Daher bringt das Team der Rigontec-Gründer Christine Schuberth-Wagner und Gunther Hartmann vom Universitätsklinikum Bonn die Abwehrkräfte mit einem Trick auf Trab: Sie schleusen Moleküle der Erbsubstanz RNA in den Körper, die dem Immunsystem eine heftige Virusinfektion vorgaukeln. So alarmiert und aufgestachelt, finden die Immunzellen die todbringenden Tumorzellen.

Was im Tierversuch gut funktioniert, will Rigontec-Chef Christian Schetter ab Ende 2016 an Menschen erproben.

Steckbrief

Rigontec

Team: Gunther Hartmann, Christian Schetter, Don deBethizy, Christine Schuberth-Wagner (v. l.)

Gründung: 2014

Sitz: Bonn

Mitarbeiter: 8

Finanzierung: 14,25 Millionen Euro unter anderem von Wellington Partners, Boehringer Ingelheim Venture Fund, NRW.Bank, High-Tech Gründerfonds