Das Start-up aus Hamburg baut eine Plattform, auf der Firmen ihre Recycling-Abläufe verwalten können. Jetzt stützen Investoren den Wachstumskurs.

Erst im September ist Resourcify an den Start gegangen – und hat sich bereits weit in die Recycling-Kreisläufe der deutschen Wirtschaft hereingearbeitet: Nach eigenen Angaben sind bereits sieben Prozent des deutschen Entsorgungssektors auf der Plattform abgebildet. Jetzt erhält das junge Hamburger Unternehmen eine Finanzierung, um das Wachstum fortzusetzen: Geldgeber stellen Resourcify eine Million Euro an Kapital zur Verfügung.

Das Start-up baut eine cloudbasierte Plattform, auf der Firmen alle Anfragen und Aufträge rund um die Entsorgung und das Recycling ihrer Abfälle bündeln können. „Bisher war es sehr schwer, die vielen Interessen in der Entsorgungswirtschaft zu bündeln und eine einheitliche technische Lösung zu etablieren“, sagt Gary Lewis, CEO von Resourcify.

Statt Telefon und Fax sollen Verursacher und Verarbeiter von Abfall nun über die Plattform kommunizieren. Die App, die für Android und iOS verfügbar ist, kann von den Unternehmen abonniert werden.

Ein Markt für Müll

Das Geld stammt von dem halb-staatlichen High-Tech Gründerfonds (HTFG), dem ebenfalls staatlich geförderten Innovationsstarter Fonds Hamburg sowie weiteren Investoren. Die Lösung des Start-ups bringe für alle Beteiligten einen „erheblichen Effizienzgewinn“, sagt HTGF-Verantwortlicher Ingo Fehr.

Den großen, aber noch spärlich digitalisierten Markt für Entsorgung und Recycling nehmen zunehmend auch Start-ups ins Visier. Kürzlich vermeldete etwa das Bochumer Start-up Zolitron ein Pilotprojekt mit dem städtischen Entsorgungsbetrieb, um durch Sensoren genauer den Füllstand von Müllcontainern zu verfolgen. Der Recyclingkonzern Alba eröffnete vor wenigen Wochen einen Marktplatz für den Handel mit Altmetall und Eisenschrott.