Auf dem umkämpften Coworking-Markt trumpft der Berliner Anbieter Rent24 auf. Die Übernahme der Friendsfactory könnte die Verhältnisse neu sortieren.

Vor knapp einem Monat meldete die Factoy Berlin die nächste große Erweiterung um 14.000 Quadratmeter Arbeitsfläche – jetzt will der Berliner Coworking-Anbieter Rent24 auftrumpfen: Das Unternehmen übernimmt den Mehrheitsanteil an der in München ansässigen Friendsfactory AG. Gemeinsam komme man auf etwa 50.000 Quadratmeter Fläche, die flexibel für einzelne Schreibtische, ganze Teams oder Start-ups oder als Konferenzbereiche gemietet werden kann. Das erklärte Ziel: Einer der „größten Workspace- und Coworking-Anbieter Europas“ werden.

Der Schwerpunkt der Friendsfactory lag bislang auf der Vermietung eigener Räume, die dann individuell gestaltet werden konnten. Das ergänze das bisherige Konzept ideal, lässt sich Rent24-Mitgründer Robert Bukvic zitieren. „Es braucht einen guten Mix aus herkömmlichem Workspace und Open Space, aus modernem Design und kreativen Menschen – genau diesen können wir gemeinsam mit Friendsfactory ideal darstellen“, sagt Bukvic.

Eine regionale Ergänzung bringt die Fusion im ersten Schritt am Standort München – hier ist die Friendsfactory bereits mit mehreren Flächen vertreten, der von Rent24 ist laut aktuellen Angaben noch in der Vorbereitung. In Hamburg und Berlin dagegen sind beide Anbieter bereits mehrfach vertreten oder stehen kurz vor der Eröffnung neuer Flächen.

Wettrennen um Flächen und Mieter

Im Wettkampf um geeignete Flächen und neue Standorte ist im Coworking-Markt seit einiger Zeit ein großes Expansionsfieber ausgebrochen. Bis Ende dieses Jahres wolle man gemeinsam auf 25 Standorte in Deutschland und Europa kommen, teilt Rent24 jetzt mit. Zwei Jahre später sollen es bereits 100 solcher sogenannten „Spaces“ sein. Dafür wolle man in den kommenden fünf Jahren 150 Millionen Euro investieren. „Unsere Strategie ist auf Wachstum ausgelegt. Wir wollen unsere Community vergrößern, die positiven Effekte von Workspaces und Coworking potenzieren und auf ein neues Level heben“, Gregor Gebhardt, Vorstand der Friendsfactory AG.

Die flexible Vermietung von Arbeitsflächen wird häufig von schnell wachsenden Start-ups oder den Innovationseinheiten von Unternehmen genutzt. Die sind bereit, für kurzfristigere Mietverträge und einige zusätzliche Dienstleistungen rund um die alltägliche Arbeit deutlich höhere Quadratmeterpreise zu akzeptieren. Die Coworking-Anbieter wiederum versprechen, durch ein Vernetzen der Mitglieder an einem Standort einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen.