Das Start-up will Verträge optimieren – und kann jetzt einige Investoren überzeugen. Die Gründer setzen auf Strategien, die ihr erstes Unternehmen groß gemacht hat.

Das erste Jahr ist dank Bonus günstig – im zweiten Jahr schlagen unbemerkt erhöhte Gebühren zu: Vor solchen Fallen bei Energie- oder Mobilfunkverträgen will das Start-up Remind.me die Verbraucher durch rechtzeitige Erinnerungen und Hinweise zum Wechsel bewahren. Geld verdient das Portal durch Provisionen von vermittelten Anbietern. Seit der Gründung Anfang 2017 sind so nach eigenen Angaben schon sechsstellige Umsätze entstanden.

Jetzt konnte Remind.me Investoren von der Idee überzeugen. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) sowie verschiedene private Geldgeber stecken knapp eine Million Euro in das Start-up. Der „große und messbare Mehrwert für den Nutzer sowie die wachsende Relevanz“ machte Remind.me interessant, sagt der zuständige HTGF-Investmentmanager Simon Math.

Werbung mit dem Heizungsbauer

Das Geld soll nach Auskunft von Mitgründer Daniel Engelbarts vor allem in den Ausbau von Partnerkooperationen fließen: „Wir haben eine sehr gute Dealkompetenz.“ Die hatten er und sein Kompagnon Christian Lang beim Aufbau des Portals Sparwelt.de bewiesen, welches Ende 2014 für 27,5 Millionen Euro von RTL übernommen wurde. Mit den Mobilfunk- und Stromanbietern sollen so auch exklusive Angebote für die Nutzer entstehen.

Auch bei der Vermarktung greifen Engelbarts und Lang nach eigenen Angaben auf Lektionen aus der Sparwelt.de-Zeit zurück. Reichweite sollen etwa Medienkooperationen mit Ströer und Burda bringen. Offline hilft eine Zusammenarbeit mit Heizungsbauer Viessmann: Deren Monteure verweisen bei der Installation der Verbrauchsgeräte auf die Möglichkeit, auch bei der Energie sparen zu können.

Eine weitere Strategie: Das Ethno-Marketing, also das Werben um Bevölkerungsschichten mit einem bestimmten Migrationshintergrund. Die Remind.me-Seite ist so etwa auch in russischer Sprache zu erreichen – und soll so die entsprechende Gemeinschaft in Deutschland erreichen.

Mit den Bemühungen will sich Remind.me auf einem Markt durchsetzen, auf dem sich bereits viele Unternehmen tummeln. Große Vergleichsportale wie Check24 setzen ebenfalls auf die Vermittlung von passenden Angeboten, das Berliner Start-up Volders ist mit einem sehr ähnlichen Konzept unterwegs und konnte bereits fünf Millionen Euro einsammeln.