Das Hamburer E-Commerce-Start-up setzt seine Expansion in Europa fort. Dank eines millionenschweren Investments von Mediaset will man in Italien sichtbarer werden.


Die TV-Premiere erfolgte zur besten Sendezeit: Unter anderem während „Germany’s next Topmodel“ strahlte Rebelle, eine Handelsplattform für gebrauchte Designermode, im Jahr 2016 erste Werbespots im Fernsehen aus. Jetzt wird dieser Marketingkanal auch in anderen Ländern bedient: Dank eines Vertrags mit dem Konzern Mediaset kann das Hamburger Start-up auf dessen Kanälen Werbeplätze in Italien belegen. Im Gegenzug erhält Mediaset Anteile an Rebelle.

Das Geschäft sei laut Start-up eine „Millionen-Euro-Investition“ – genauer will Rebelle das Volumen des Deals auch auf Nachfrage nicht konkretisieren. Man könne dank des neuen Gesellschafters „die Markenbekanntheit in Italien auf eine neue Ebene heben“, lässt sich Rebelle-Gründerin Cécile Wickmann in einer Pressemitteilung zitieren.

Fokus auf Fernsehen

Mediaset wurde vom ehemaligen italenischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geformt und wird immer noch von dessen Familienholding kontrolliert. Zu dem Konzern gehören unter anderem mehrere reichweitenstarke TV-Kanäle in Italien sowie Beteiligungen an Medienunternehmen weltweit. Im Fokus des Rebelle-Deals sollen jedoch Werbespots im Fernsehen stehen, betont eine Sprecherin.

Das Start-up ist bereits mit einem eigenen Büro in Italien vertreten, will jetzt jedoch schneller Käufer und Verkäufer von gebrauchter Designermode erreichen: „Wir erreichen eine noch breitere Gruppe potentieller neuer Kunden“, sagt Wickman.

Der neue Anteilseigner hofft, mit den Werbespots den Wert des Investements stärken zu können: „Italien ist der größte Luxusgütermarkt in Europa“, sagt Massimo Beltrame, Marketingchef von Mediaset AdVentures, der Beteiligungstochter des Konzerns. Es gebe ein starkes Potenzial „für E- und Re-Commerce“.

Zukauf in Dänemark

Rebelle setzt mit dem aktuellen Deal die Expansion in weitere europäische Märkte in hohem Tempo fort: Vor einem Monat erst hatte das vor knapp fünf Jahren gegründete Unternehmen einen dänischen Mitbewerber übernommen – mittlerweile wird der Marktplatz unter dem Namen Rebelle weitergeführt.
Im vergangenen Herbst hatte das Start-up die letzte millionenschwere Finanzierungsrunde abgeschlossen, angeführt von einem dänischen Risikokapitalgeber.

Unter den vorherigen Investoren sind unter anderem der Hamburger Company Builder Hanse Venture, bei dem Gründerin Wickmann zuvor tätig war, der Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds sowie Vermögensverwaltungen von Familien.