Auf ins Silicon Valley: Das Hamburger Start-up Protonet hat einen Platz im Y-Combinator ergattert, der auch schon Airbnb, Dropbox und Reddit unterstützte.

Der entscheidende Satz folgt erst am Ende des ersten Absatzes. Man werde in den US-Markt eintreten und ein Büro in San Francisco eröffnen, heißt es in der Pressemitteilung des Start-ups Protonet zunächst. Und dann: „Darüber hinaus ist Protonet nun ein Y-Combinator-Unternehmen, ein Mitglied der Winterauswahl 2016 des Tech-Inkubators.“

Damit hat es das 2012 gegründete Unternehmen aus Hamburg als eines der wenigen deutschen Start-ups in die Auswahl des US-Inkubators geschafft. „Wir sind mit einer neuen Idee gestartet und der Y-Combinator hilft uns, diese Idee in ein Produkt zu verwandeln, das die Industrie verändern wird“, lässt sich Ali Jelveh, Mitgründer und Geschäftsführer von Protonet, zitieren. Das Hamburger Start-up baut private Server in Kombination mit einer Cloudlösung. Mit der aktuellen Software Soul sollen Mitarbeiter in Unternehmen beispielsweise miteinander kommunizieren, Daten austauschen und Aufgaben erstellen – alles sicher, versichert Protonet.

Die Start-up-Schmiede aus den USA

In dem Programm des Y-Combinators bekommen junge Unternehmen Hilfe von Mentoren und Experten, um ihr Start-up besser aufzustellen und ihr Produkt weiterzuentwickeln. Dafür sollen die Firmen mindestens drei Monate ins Silicon Valley ziehen. Y-Combinator stattet die Gründer nicht nur mit Know-how aus, sondern unterstützt sie auch finanziell: Der Standard-Deal lautet 120.000 US-Dollar für sieben Prozent am Unternehmen. Wie die Summe schon vermuten lässt, konzentriert sich die 2005 gegründete Start-up-Schmiede bei ihren Investitionen auf Firmen in der früheren Gründungsphase.

Bisher hat der Inkubator nach eigenen Angaben mehr als 1000 Firmen unterstützt. Zu den bekannteren Start-ups, die den Y-Combinator durchlaufen haben, zählen unter anderem die Vermietungsplattform Airbnb, der Cloudanbieter Dropbox und das Social-News-Unternehmen Reddit. In der aktuellen Runde sind 107 Start-ups vertreten.