ProSiebenSat.1 bekommt nicht genug: Der Medienkonzern will die Mehrheit an dem Videowerbeportal Smartstream.tv übernehmen. Noch fehlt dem Deal allerdings die Genehmigung.

ProSiebenSat.1 scheint sich in der Start-up-Welt immer wohler zu fühlen. Nachdem der Medienkonzern in den vergangenen Monaten schon die Mehrheit an dem Erotikshop Amorelie und dem Parfümportal Flaconi erwarb, stieg das Unternehmen erst im vergangene Woche bei der Tierfutterplattform ePetWorld ein. Nun vermeldet ProSiebenSat.1 den nächsten Coup des Übernahmereigens: Der Konzern will seine Anteile an dem Werbeunternehmen Smartstream.tv auf 80 Prozent erhöhen. Derzeit halten die Unterföhringer 25 Prozent an dem 2012 gegründeten Start-up.

Das Medienunternehmen setzt große Hoffnungen in den von Smartstream.tv vertretenen Werbemarkt. „Der deutsche Programmatic-Advertising-Markt zeigt mit Wachstumsraten von annähernd 50 Prozent pro Jahr eine äußerst dynamische Entwicklung“, lässt sich der Digitalvorstand von ProSiebenSat.1, Christian Wegner, in einer Mitteilung zitieren. Noch muss der Zukauf aber vom Bundeskartellamt bestätigt werden. Schon vor ein paar Tagen hatte es erste Gerüchte um eine Übernahme gegeben.

Zusammenarbeit mit Axel Springer

Smartstream.tv erstellt Videokampagnen für Unternehmen. Das Münchner Start-up betreut nach eigener Aussage mehr als 150 Werbekunden und produziert monatlich etwa 100 Kampagnen. Diese kommen nach Angaben von ProSiebenSat.1 auf rund 300 Millionen Klicks im Monat. Das Start-up ergänze die jüngste Beteiligung an Virtual Minds, schreibt ProSiebenSat.1 in der Mitteilung weiter. Bei der Firma, die sich mit Werbetechnologie beschäftigt, ist das Unterföhringer Unternehmen erst Ende Juni eingestiegen.

Die Übernahme war nicht die einzige Nachricht aus dem Haus ProSiebenSat.1: Der Konzern will sich schon bald mit einem prominenten Konkurrenten zusammentun, um digitale Start-ups zu fördern. Gemeinsam mit Axel Springer planen die Unterföhringer weitere Investitionen in Unternehmen und Fonds sowie eine Vernetzung der Inkubations- und Acceleratorenprogramme. Das gaben die beiden Konzerne in einer Mitteilung bekannt. Gleichzeitig dementierten sie die Pläne einer Fusion.