Trotz Unterstützung von Joko Winterscheidt oder Ashton Kutcher stoppt GoButler sein Angebot hierzulande. Der Fokus liegt nun auf den USA, dort ist ein Oscarpreisträger eingestiegen.

Wenn Joko Winterscheidt zu Hause Lust auf eine Pizza bekommt, muss er wieder ganz klassisch einen Lieferdienst beauftragen. Der Conciergedienst GoButler, den der TV-Moderator gern genutzt hat, stellt sein Angebot in Deutschland nach nicht einmal einem Jahr ein, wie das Start-up gegenüber Wiwo-Gründer bestätigte.

GoButler ist ein Universaldienstleister, bei dem Nutzer einfach per SMS so ziemlich alles bestellen konnten, von der Pizza über Hotels, Flüge bis zu ausgefallenen Sonderwünschen.
Winterscheidt hatte in das Berliner Start-up investiert und per Twitter oder mit Auftritten bei Stefan Raab dafür geworben.

Doch trotz des prominenten Unterstützers lohnt sich das Geschäft hierzulande offenbar nicht. Ein Problem: Die Nutzer hierzulande hätten eher nach Restaurantreservierungen oder Arztterminen gefragt, so das Start-up, doch daran verdient der kostenlose Dienst nichts. In den USA würden dagegen mehr kostenpflichtige Dienstleistungen vermittelt, bei denen GoButler eine Provision kassieren kann.

Das Start-up konzentriert sich nun voll auf das US-Geschäft. „Wir müssen uns jetzt fokussieren“, sagte Gründer Navid Hadzaad gegenüber Gründerszene. „Viele Startups machen den Fehler, an zu vielen Dingen und in zu vielen Märkten gleichzeitig zu arbeiten, besonders in der Anfangsphase.“ Auch der ehemalige Rocket-Mitarbeiter hat sich mit seinen Internationalisierungsplänen verhoben. Gerade mal acht Wochen nach dem Start war GoButler bereits in 12 Ländern verfügbar, doch die anderen Auslandsaktivitäten liegen auch auf Eis.

Dafür soll es sich auszahlen, dass GoButler sich schon direkt nach dem Start auf die USA gestürzt hatte, um dem dortigem Konkurrenten Magic anzugreifen. Das Hauptquartier wurde bereits nach New York verlegt, das Berliner Büro mit derzeit noch 15 Mitarbeitern wird geschlossen. Insgesamt wurde die Zahl der Mitarbeiter von einst 120 halbiert.

Auch künftig will GoButler den Personalaufwand gering halten: Statt dutzender Mitarbeiter, die per Hand die SMS der Nutzer beantworten, soll der Großteil der Anfragen künftig von Computeralgorithmen abgearbeitet werden. „Wir versuchen immer mehr Prozesse zu automatisieren“, hatte Hadzaad bereits im Sommer im Gespräch mit der WirtschaftsWoche angekündigt. Auch diese Strategie ist ein Grund für die jetzige Fokussierung auf die USA: Denn die Entwicklung der entsprechenden Technologie ist schon für englische Anfragen komplex genug.

Einen weiteren prominenten Unterstützer hat Hadzaad dafür auch gewonnen: Nach Ashton Kutcher und anderen renommierten Wagniskapitalgebern ist jetzt auch der US-Schauspieler und Oscar-Preisträger Jared Leto bei GoButler eingestiegen.