Ob Pflege oder Kinderbetreuung: Start-ups wollen zwischen Dienstleistern und Familien vermitteln. Das setzt viel Vertrauensaufbau voraus – dafür lockt ein Zukunftsmarkt.

Von Jule Zentek

Das Kind muss aus der Kita abgeholt werden und die Großmutter vom Arzttermin – gleichzeitig bittet der Chef um ein Gespräch. Die Koordination von Job und privaten Pflichten, ist nicht immer einfach. Wenn die Zeit knapp oder die eigenen Möglichkeiten begrenzt sind, muss Unterstützung her. Und die ist immer häufiger auch online zu finden. Start-ups spezialisieren sich auf die Unterstützung von pflegenden oder betreuenden Angehörigen – sie vermitteln zwischen Dienstleistern und Familien oder stellen selbst wertvolle Fachkräfte oder Informationen bereit.

Was viele der jungen digitalen Unternehmen gemeinsam haben: Sie entstanden aus den schlechten Erfahrungen, die die  Gründer in der Vergangenheit gemacht haben. Diese Erlebnisse wollen sie anderen ersparen – dieser Gedanke stand am Anfang vieler Gründungen.

Gleichzeitig bietet der Markt nämlich auch ein enormes Potenzial. Alleine rund 2,9 Millionen Pflegebedürftige zählte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) noch 2015. Diese Zahl soll bis 2020 um eine Million wachsen.

Viel Vertrauensaufbau nötig

Ein Selbstläufer ist das Geschäft mit den helfenden Händen jedoch keineswegs. Als Vermittlungsplattform verdienen die Start-ups in der Regel an jeder durchgeführten Buchung. Dabei erhalten sie einen Bruchteil des Betrags, den der Kunde an den Dienstleister zahlt – meist zwischen fünf bis 20 Prozent.

Pflege oder Kinderbetreuung sind jedoch sensible Felder: Das Privatleben der Kunden steht im Mittelpunkt. Es geht also nicht um den Verkauf eines Produkts, sondern um eine Dienstleistung für Menschen, die dringend Unterstützung benötigen. Das verlangt von den Start-ups besonderes Fingerspitzengefühl. Wem es gelingt, auch über die digitalen Kanäle Vertrauen aufzubauen, dem eröffnet eröffnet sich ein weites Feld an Möglichkeiten.

WiWo Gründer stellt sechs Start-ups vor, die um dieses Vertrauen werben und dafür Unterstützung bieten – von der Wohnpartnerschaft über die Babysittersuche bis zur Pflegeplattform.