Im Silicon Valley ist Peter Thiel der einzige bekannte Unterstützer von Donald Trump. Warum der den Investor in sein Übergangsteam geholt hat.

Peter Thiel lag mit seiner Wette mal wieder richtig. Der Paypal-Mitgründer und legendäre Facebook-Investor war so ziemlich die einzige Größe im Silicon Valley, die Donald Trump im Wahlkampf unterstützte. „Ich hatte immer schon ein Faible für Außenseiter“, begründete Thiel seine Millionenspende. Zudem kritisiert er die politische und ökonomische Lage der USA heftig: „Egal wie verrückt diese Wahl erscheint, sie ist nicht so verrückt wie der Zustand, in dem sich unser Land befindet.“

Nun soll Thiel dabei helfen, das Land zu verändern: Donald Trump hat ihn in sein Übergangsteam berufen. Allerdings will Thiel wohl nur helfen, den Regierungswechsel vorzubereiten und Trump zu beraten, dann jedoch nicht selbst nach Washington wechseln.

Thiel hat schon immer etwas gegen den Herdentrieb, als Investor lag er mit seinen Wetten gegen den Mainstream so manches Mal richtig. Diesmal hat er mit seiner Unterstützung des Kandidaten, der bei der Tech-Elite, den meisten Medien und Meinungsforschern längst abgeschrieben war, auch gezeigt, dass er die Stimmung im Volk vielleicht besser einschätzte als viele andere. Und er nennt auch eine gute Erklärung dafür: „Die Medien haben Trump immer wörtlich genommen, aber nie ernst“, sagt Thiel. „Seine Wähler nehmen ihn dagegen ernst, aber nicht wörtlich.“

Doch der Protest gegen Thiels Trump-Unterstützung ist enorm. Mark Zuckerberg musste sich öffentlich dafür rechtfertigen, dass er Thiel im Aufsichtsrat behält. Und Arlan Hamilton, Gründerin des Investmentfonds Backstage Capital, hat kürzlich 500.000 Dollar abgelehnt: „Konnte kein Thiel-Geld durch unser Unternehmen fließen lassen. Schwieriges Problem. Einfache Entscheidung“, erklärte Hamilton.

Auch Cosmo Scharf verzichtet aus Protest auf die Thiel-Dollar. Er gehört zu den jungen Leuten, die von Thiel 100.000 Dollar bekommen haben, damit sie die Uni schmeißen und lieber ein Unternehmen gründen. Doch Scharf spendet nun den schon erhaltenen Teil und verzichtet auf den Rest: „Ich lehne es ab, von jemandem zu nehmen, der den Erfolg des nächsten Hitler mit Millionen Dollar unterstützt hat.“

Dabei galt bislang: Ein Angebot von Peter Thiel ist ein Angebot, dass man nicht ablehnen kann.

Eine Beteiligung des in der Nähe von Frankfurt am Main geborenen Investors gilt auch hierzulande als Ritterschlag. Entsprechend zurückhaltend reagieren die deutschen Thiel-Beteiligungen auf das Thema, wie eine Umfrage von “Gründerszene” zeigt. Egal ob N26, EyeEm, Researchgate, Zinspilot oder Nextmarkets: Sie alle wollen sich zu Thiel und Trump nicht äußern – oder erklären dessen Engagement zur Privatangelegenheit.