Mit ihrem Meinungsradar überzeugen die Opinary-Gründer die Investoren und sammeln drei Millionen Euro ein. Mit an Bord sind unter anderem Project A und der Gründer von Trivago.

Das Berliner Tech-Startup Opinary gibt heute eine neue Finanzierungsrunde bekannt. Neuinvestor Project A investiert gemeinsam mit den bestehenden Investoren Global Founders Capital (GFC), Motu Ventures und diversen Angel-Investoren wie Trvivago-Gründer Rolf Schrömgens drei Millionen Euro. Florian Heinemann, Partner beim Operational VC Project A, wird im Rahmen dieses Investments Beiratsmitglied.

Mit der Finanzierung will Opinary seine Präsenz in den USA weiter stärken und langfristige Beziehungen mit Publishern, Marken und Agenturen im US-Markt aufbauen. Geld soll außerdem in die Weiterentwicklung der Tools, Algorithmen und Analyse Optionen für Advertiser und Publisher fließen.

Interaktion zwischen Medium und Nutzer steigern

Das Tech-Start-up Opinary wurde 2016 von den Geschwistern Pia und Cornelius Frey und ihrem Co-Founder Max Meran gegründet. Sie haben interaktive Tools entwickelt, mit deren Hilfe Konsumenten klassischer Digital-Medien animiert werden sollen, ihre Meinungen, Stimmungen und Positionen mit anderen Usern zu teilen. So soll die Interaktion zwischen Medium und Nutzern gesteigert werden, der Leser länger als üblich auf der Seite verweilen, und außerdem langfristig an das Medium gebunden werden. In einem solchen Umfragetool werden die Nutzer etwa gefragt: „Ist die GroKo eine gute Lösung?“ Nach der Abstimmung wird sichtbar, wie sich die anderen Leser des Artikels geäußert haben.

Medien sollen ihre Leserschaft dadurch nicht nur besser kennenlernen, sie können, so der Hintergedanke der Opinary-Gründer, die Ergebnisse auch dazu nutzen neue Inhalte zu kreieren, indem sie etwa vermelden, dass der Großteil ihrer Leser gegen oder für eine Große Koalition ist.

Auch Zusammenarbeit mit Werbetreibenden

Auch Werbetreibende arbeiten mit dem Berliner Start-up zusammen. Kunden wie die Deutsche Bank oder Toyota können potentielle Zielgruppen ansprechen, indem sie durch Opinary bezahlte Umfragen in einem thematisch passenden Artikel auf den Medienseiten platzieren. Von den Umsätzen, die die Zusammenarbeit mit den Unternehmen bringt, erhalten die Verlage einen Anteil.

Eigenen Angaben zufolge nutzen aktuell 80 Millionen User im Monat diese Angebote von Opinary. Zu den Medienpartner zählen die 15 größten deutschen Online-News-Seiten, darunter Spiegel Online und Bild. International arbeiten die Berliner mit Forbes, Time Inc., Guardian und NBC zusammen.

Bereits im März 2016 hatte Opinary eine Million US-Dollar eingesammelt. Zu den Geldgebern gehörten Global Founders Capital, die Beteiligungsgesellschaft der Samwer-Brüder, Motu Ventures sowie die Gründer von Home24, Trivago und eDarling.