Alle reden von Apps und Social Media. Doch wo fängt ein Start-up mit seiner Online-PR am besten an? WiWo Gründer hat bei Gründern und Experten nachgefragt.

Von Laura Waßermann

Ein kleiner Tiger lümmelt auf dem Parkettboden: Die Ohren sind gespitzt, die Augen zugekniffen. Dazu steht „Frag den Tiger! Parkett reinigen – so geht es richtig“. Weiter oben kuschelt eine Katze mit einem Hund, der Titel lautet „Haustierhalter aufgepasst – So bleibt Ihre Wohnung immer sauber“.

Wer nun zuerst an eine Zoo-Sendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gedacht hat, dürfte sich über den Zusammenhang mit der Reinigung von Bodenbelag wundern. Denn: Es handelt sich nicht um „Tiere suchen ein Zuhause“, sondern um das Blog von Book A Tiger, dem Putz-Start-up aus Berlin.

Ob auf der Homepage, dem Blog oder bei Facebook: Das Unternehmen postet regelmäßig Katzenbilder – um seine Kunden zu unterhalten. Im Januar hat ein Foto von Kater Felix 12.000 Gefällt mir’s bekommen und wurde 450 Mal geteilt bei insgesamt knapp 70.000 Fans. Bildunterschrift: „Wenn ihr Hilfe im Haushalt braucht, dann fragt unseren Tiger Felix. Außerdem ist er ziemlich süß!“

Online-PR ist mehr als süße Tiger (oder Katzen)

Das ist eine Strategie, PR zu machen. „Katzenbilder ziehen immer“, sagt Nikita Fahrenholz, Gründer des Reinigungs-Start-ups. „Es geht dabei nicht in erster Linie um unser Produkt, erhöht aber unsere Reichweite.“ Das ergebe einen Netzwerkeffekt, der wiederum das Produkt – Reinigungsservice on demand – bekannter mache.

„Bei der Online-PR geht es vor allem darum, ein Start-up mit relevanten Inhalten zu positionieren: Nur diese Inhalte werden tatsächlich gelesen und bieten dem Kunden einen Mehrwert, den er positiv mit dem Unternehmen verbindet.“ Sarah Hübner von der PR-Agentur Adenion meint, wenn die Zielgruppen alle wichtigen Informationen finden, sei die Webseite ein gutes Aushängeschild für ein Start-up.

So einfach kann Online-PR sein, meistens gehören aber mehr Maßnahmen dazu als süße Tiger. Angefangen bei der klassischen Webseite: programmieren, designen, texten. Das sind die ersten Schritte, die ein Start-up bei der Online-PR beachten sollte. Klingt banal, ist es nicht. Die Homepage ist trotz Social Media, Apps und Newslettern immer noch das wichtigste Instrument, um sich auf dem Markt zu positionieren und zu bewerben.

Die Gründe dafür sind schnell erklärt. Erstens ist die Webseite der Kanal, von dem alle anderen Kommunikationswege abgehen: Die Werbung zu „Folgen Sie uns auf Social Media“, „Tragen Sie sich hier in unserem Newsletter ein“ oder „Hier geht es zu unserem Blog“ findet man schließlich auf jeder Webseite (oder sollte es zumindest). Zweitens spielt vor allem für Start-ups zu Anfang das Budget eine große Rolle: In Zeiten des Webs 4.0 lässt sich eine Webseite leicht programmieren und gestalten, es gibt sogar Youtube-Tutorials zu dem Thema.