Das Frauenmagazin Edition F ist nach der jüngsten Finanzierung vier Millionen Euro wert. Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert erzählen, was sie nun vorhaben.

Von Jens Twiehaus

Das Büro in der Berliner Brunnenstraße wird langsam zu klein. Susann Hoffmann und Nora-Vanessa Wohlert müssen umziehen. Bei ihrem Online-Magazin Edition F beschäftigen sie fünf Mitarbeiter fest, eine Werkstudentin, zwei Praktikanten und zwei feste Freie tummeln sich auch regelmäßig in dem Erdgeschoss-Raum. Im kommenden Jahr muss etwas Größeres her – und neue Stühle für mehr Mitarbeiter, sagt Susann Hoffmann. Mit der jüngst verabreichten Geldspritze dürfte das drin sein.

Eine „mittlere sechsstellige Summe“ konnte Edition F eintreiben, die genaue Zahl dürfte sich rund um eine halbe Million Euro bewegen. Der Jahresumsatz liegt niedriger, nach eigenen Angaben bei einer „niedrigen sechsstelligen Summe“. Als Investoren sind nun Highland Pine Investment an Bord, die Beteiligungsgesellschaft der Consulting-Größe Fabian Kienbaum, sowie Christoph Bornschein und Fränzi Kühne, deren Digital-Agentur TLGG Anfang des Jahres von der Omnicom Media Group übernommen wurde. Bornschein und Kühne berieten die Edition-F-Gründerinnen schon vorher freundschaftlich. Künftig sind sie Geschäftspartner.

Edition F setzt 2016 vor allem auf Veranstaltungen – online mit 24 Webinaren und offline mit Konferenzen. Am 8. Juli 2016 wird in Berlin die „Upside Down“ stattfinden, eine Konferenz mit Menschen, die die Arbeitswelt auf den Kopf stellen. Im Interview erzählen Hoffmann und Wohlert, warum Webinare skalierbarer sind als Online-Shopping – und warum sie nicht mehr so rastlos arbeiten wie zu Beginn.

WirtschaftsWoche Gründer: Frau Hoffmann, Frau Wohlert, Sie bewerten Edition F mit vier Millionen Euro. Worauf beruht diese hohe Angabe?
Susann Hoffmann: In unserer frühen Phase vor allem auf der Idee und deren Potenzial im Markt, dem Team und ersten Erfolgen – bei uns sind die Erfolge die Nutzerzahlen. Zu unserem Crowdfunding Ende 2014 wurden wir mit 1,5 Millionen Euro bewertet, haben 100.000 Euro durch Business Angels aufgenommen und 255.000 im Crowdfunding. Da standen wir bei 50.000 monatlichen Besuchern unserer Seite. Innerhalb eines Jahres haben wir es geschafft, auf 350.000 Unique User pro Monat zu wachsen. Wir haben unabhängig von einem Verlag eine Medienmarke aufgebaut, die eine Nische besetzt und mit Qualität unterlegt ist.

„Webinare sind skalierbarer“

Steckt hinter diesem Wachstum auch intensives Facebook-Marketing?
Nora-Vanessa Wohlert: Wir haben kein Geld investiert für Online-Marketing. Okay, etwa 500 Euro für Facebook-Anzeigen, weil wir das ausprobiert und wieder verworfen haben. Unser Wachstum ist organisch. Social Media ist einer der Treiber und Facebook darunter der Wichtigste. 60 Prozent der Nutzer kommen über soziale Medien. Xing ist das zweitwichtigste Netzwerk für uns und seit Kurzem arbeiten wir auch mit Linkedin zusammen, weil wir uns in zwei, drei Jahren internationalisieren wollen.

Schauen wir erst einmal auf die kommenden Monate. Was sind die nächsten Schritte, jetzt, mit dem frischen Geld?
Hoffmann: Wir werden in der dritten Januarwoche unsere Jobbörse relaunchen. Ab dem neuen Jahr haben wir zwei Sales-Leute im Team, die den Verkauf stringenter angehen werden. Jetzt haben wir 350 Kunden, die Stellenanzeigen schalten. Das ist schön – aber das muss anziehen.