Home24 im „Überlebenskampf“, Shitstorm beim Vorzeige-Fintech Number26 und Riesenfinanzierung für Thermondo. Der Wochenrückblick.

Bislang war Number26 eines der deutschen Fintech-Vorzeige-Start-ups. Doch nachdem Kunden zuletzt immer mal mit technischen Problemen konfrontiert waren, gab es nun einen wahren Shitstorm.

Denn Number26 hat hunderte Konten gekündigt, zu den Gründen äußert sich das Unternehmen „aus datenschutzrechtlichen Gründen“ nicht. Geschützt werden sollen aber vor allem die unternehmensstrategischen Daten, denn auch die betroffenen Kunden bekommen keine Erklärung. Viele spekulieren nun, dass Nutzer die oft Bargeld abheben rausgeworfen werden, denn das verursacht Kosten bei Number26.

Dazu passt auch ein Interview mit Matthias Kröner. “FinTech-Startups sind weder relevant noch disruptiv”, schimpft er da. Nun ist Kröner mit seiner innovativen und experimentierfreudigen Fidor-Bank selbst eine Art Fintech-Geldhaus. Doch seine Argumente lohnen einen Blick. So sagt Kröner, es mute seltsam an, dass FinTech-Startups die Infrastruktur von Banken nutzen, um mit Banken zu konkurrieren.

Auch bei Home24 sah es schon besser aus. Gerade wurden die jüngsten Rocket-Zahlen präsentiert und der Möbelversender wächst nur noch einstellig. Das “Handelsblatt” schreibt gar vom “Überlebenskampf”. Die kürzlich geflossenen 20 Millionen Kapital gelten demnach als Rettungsring, Großinvestor Kinnevik bewertet die Beteiligung nur noch mit 61 Prozent der einst investierten Summe. Ein großes Manko sind fehlende Stammkunden: So warb Home24 im Vorjahr zwar eine Million Neukunden, 800 000 frühere Nutzer kauften jedoch nicht wieder.

Gute Nachrichten vermeldet hingegen Thermondo. Das Start-up konnte gleich 23,5 Millionen Euro einsammeln, Geldgeber sind Rockets Global Founders Capital, E.ON, Holtzbrinck Ventures, die Investitionsbank Berlin und Picus Capital. Die Berliner beraten online beim Heizungswechsel,  angestellte Handwerker übernehmen dann die Installation.

Wie eine Finanzierung die Gründerseele erleichtern kann und selbst Kleinigkeiten im Alltagsleben ändert, berichtet unser Neumacher-Sieger ProGlove im Gründertagebuch. Die nächste und nun schon zehnte Runde des WirtschaftsWoche-Wettbewerbs ist übrigens gerade gestartet. Start-ups können sich bis Ende Juli bewerben und vielleicht ihre Geschäftsidee vor unserer renommierten Jury pitchen.