Die Förderbank stockt ein Beteiligungsprogramm auf. Auch Schleswig-Holstein will Gründer stärker finanziell unter die Arme greifen.  

Nordrhein-Westfalen will Gründer mit Geschäftsideen, die erst durch die Digitalisierung möglich wurden, stärker fördern. Dazu erhöht die NRW.Bank die mögliche Fördersumme ihres Beteiligungsprogramm „NRW.SeedCap Digitale Wirtschaft“ erhöht, wie die Förderbank des Bundeslandes heute bekannt gegeben hat.

Demnach können Digital-Start-ups bis zu 18 Monate nach der Gründung nun eine Förderung von bis zu 100.000 statt 50.000 Euro erhalten. Voraussetzung dafür ist ein Investment eines Business Angels in gleicher Höhe, zudem muss das Gründerteam oder der Einzelgründer einen eigenen Anteil erbringen. Die Förderung der Bank erfolgt als direkte Beteiligung oder als Wandeldarlehen, also Kredite, die später in Form von Unternehmensanteilen zurückgezahlt werden können.

Die Aufstockung der Förderung sei erfolgt, weil der Kapitalbedarf vieler Start-ups die ursprünglich angebotene Summe deutlich überschreite, sagt Michael Stölting, Vorstandsmitglied der NRW.Bank. „Wir wollen auch mit dieser Maßnahme NRW als einen der führenden Gründerstandorte etablieren und neue Investoren einladen, nach NRW zu kommen.“

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Förderbank des bevölkerungsstärksten Bundeslandes angekündigt, dass sie ihr Volumen in der Venture-Finanzierung um insgesamt 214 Millionen Euro ausdehnen will. Aufgestockt wurden schon verschiedene VC-Fonds.

Schleswig-Holstein will „Gründerland“ werden

Eine verbesserte Gründerförderung hat Anfang der Woche auch Schleswig-Holstein in Aussicht gestellt. Wie das Landeswirtschaftsministerium bekannt gab, soll der Seed- und Start-ups Fonds II um vier Millionen auf insgesamt 16 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Fonds vergibt Finanzspritzen von bis zu 400.000 Euro und beteiligt sich dafür an den geförderten Unternehmen.

„Wir haben uns vorgenommen, Schleswig-Holstein zu einem echten Gründerland zu entwickeln und setzen dabei als Schwerpunkt auf die finanzielle Unterstützung von Gründungen und jungen innovativen Unternehmen“, sagte Bernd Buchholz (FDP), Wirtschaftsminister des Bundeslandes.