Ein junger Gründer rockt die Bühne, eine Warnung an Rocket Internet und „Psycho“-Deko: Die Neumacher-Konferenz im Twitter-Rückblick.

Wenn ein Unternehmer, der mit 17 Jahren seine Firma aufbaute, auf einen Unternehmer trifft, der einen MDax-Konzern leitet: Auf der Neumacher-Konferenz der WirtschaftsWoche diskutierten am Donnerstag erfahrene Chefs mit jungen Gründern, Start-ups mit Großunternehmen. Wie es sich für eine Konferenz, bei der die Digitalisierung im Vordergrund steht, gehört, haben die Besucher während der Veranstaltung fleißig getwittert. WirtschaftsWoche Gründer hat die besten Tweets und Reaktionen gesammelt.

Die Chefredakteurin der WirtschaftsWoche Miriam Meckel eröffnete die Veranstaltung, indem sie aus dem Wort „Zerstören“, das in seiner englischen Version „disrupt“ gerne als Grundgedanke der Start-up-Szene verkauft wird, ein Antonym von „Gründen“ machte.

Mit ihrem Publikumfie, einem Selfie der Zuschauer, zeigte die Chefin des größten deutschen Wirtschaftsmagazins auch selbst Erfindergeist:

Die Keynote durfte ein Redner halten, der mit gerade einmal 17 Jahren sein erstes Unternehmen aufbaute: Finn Plotz. Der Gründer des Start-ups Vion, mit dem er eine Multimediabox für den Haushalt entwickelt hat, berichtet von den Vorteilen seines Alters – und von seinen wichtigsten Erkenntnissen.

https://twitter.com/torstensfo/status/666569581239132160

Die Begeisterung für den jungen Gründer: groß.

Das dürfte nicht zuletzt an den beeindruckenden Daten und Zahlen liegen.

Claudio Huyskens, Gründer von Fedger, nutzte seine Zeit auf der Bühne, um einen kurzen Überblick des deutschen und internationalen Start-up-Ökosystems zu geben – und machte klar: Mit der Samwerschen Art des Unternehmensaufbaus wird das nichts in der Bundesrepublik.

Kurzer Zwischenstand: Bei Twitter trendet plötzlich der Hashtag #Neumacher. Spricht für die Konferenz, wie wir finden.

Millionenfinanzierung, Exits, Börsengänge – all das konnte die deutsche Start-up-Szene in diesem Jahr zuhauf vorweisen. Doch was bedeutet das eigentlich? Darüber diskutierten German Start-ups-Group-Chef Christoph Gerlinger, Windeln.de-Gründer Konstantin Urban, Earlybird-Gründer Hendrik Brandis und Thorsten Marquardt, Leiter des Eon Agile Accelerators. Auch wenn klare Antworten auf die Frage, wohin Start-up-Deutschland gerade steuert, schwierig sind – die Redner schienen zu überzeugen.

Allerdings bemängelten einige Zuschauer die Frauenquote. Leider zurecht, musste doch die einzige Frau in der Runde krankheitsbedingt absagen.

Zurück zum Thema Digitalisierng: In der Restaurantbranche muss sich einiges ändern, finden zumindest die meisten Besucher. Viele wünschen sich einfachere Bezahlmöglichkeiten beim Lieblingsitaliener. Marcus Läbe von Dinnery, Burgerlich-Gründer Sven Freystatzky und Alexander Zumdieck vom Metro Accelerator diskutierten darüber, wie das gelingen kann.

Ähnlich wie in der Gastronomie erlebt auch die Autobranche einen Wandel durch die Digitalisierung. Durch Angebote wie Wundercar oder Drivenow verändern sich die Fahrgewohnheiten. Auf dem Panel gab Wundercar-Gründer Gunnar Froh eine interessante Perspektive auf den umstrittenen Fahrdienst Uber.

Deutschland-Chef Fabien Nestmann meldete sich via Twitter zu Wort und schaltete sich von dort in die Diskussion ein.

Nicht mit allen Erkenntnissen des Panels, auf dem auch Drivenow-Chef Sebastian Hofelich und Uber-Manager Christian Freese saßen, zeigten sich die Besucher beziehungsweise Twitterer allerdings einverstanden.

Neue Geschäftsideen präsentierten Gründer auf der Start-up-Rampe. Zu den spontanen Pitchern gehörte das Unternehmen Retrobrain, dessen Idee gut bei den Juroren ankam:

Auch Spottster-Gründerin Freya Oehle, nicht zuletzt aus der „Höhle der Löwen“ bekannt, konnte mit ihrer Idee vom digitalen Merkzettel überzeugen – nicht nur beim Publikum.

Als drittes durfte sich Box at Work beweisen – ebenfalls mit positiven Rückmeldungen.

Danach ging es in die Break-Out-Sessions. In vier kleineren Runden redeten Gäste und Experten über Acceleratoren, Marketing, Skalierung und Rechtsfragen. Mehr als der Inhalt fiel am Rande aber die Dekoration auf, die Freunde von Alfred Hitchcock bekannt vorkommen dürfte.

Einer der Höhepunkte: die Dinner-Speech am Abend. Metro-Chef Olaf Koch schaffte es in seiner Rede, die Herausforderungen von Start-ups mit den Herausforderungen großer Konzerne zu verknüpfen.

Die Finalisten des Neumacher-Gründerwettbewerbs fieberten hingegen auf den letzten Punkt des Abends hin: die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Gründerpreises. Durchsetzen konnte sich am Ende das Start-up ProGlove. Chefredakteurin Miriam Meckel nutzte die Gelegenheit, für ein Bild mit dem Gewinner zu posieren. Dieses Mal ganz klassisch mit Selfie.