Deutschlands Lebensmittelhändler suchen das Superfood: Rewe startet eine Suche nach Food-Start-up. Konkurrent Edeka hat bereits Erfahrung gesammelt.

Öko-Babybrei von Yamo, frische Suppen von Littlelunch oder Smoothies aus Algen: Zahlreiche Food-Start-ups haben sich in den vergangenen Jahren auf den Weg gemacht. Eine große Hürde bleibt traditionell die sogenannte Listung im Einzelhandel – erst wenn die Produkte regelmäßig in Regalen stehen, macht die Produktion finanziell Sinn. Die Einkäufer der Konzerne waren jedoch lange Zeit nur schwer erreichbar und noch schwerer zu überzeugen.

Das ändert sich nun langsam: Deutschlands Einzelhändler öffnen sich zunehmend für Start-ups. Rewe hat in dieser Woche den „Start-up Award“ ins Leben gerufen. Bis Anfang April können sich Start-ups mit neuen Produkten bewerben, die vielversprechendsten Kandidaten sollen sich dann Mitte Mai vor einer Jury aus Einkäufern präsentieren.

Die Gewinner erhalten dann eine nationale Listung im Rewe-Zentrallager, weitere Start-ups sollen in die Produktkataloge des Rewe-Online-Shops aufgenommen werden. „Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass die Produkte noch nicht flächendeckend im Handel gelistet sind und selbstverständlich alle regulatorischen Vorgaben erfüllen“, sagt Hans-Jürgen Moog, bei Rewe für den Einkauf und die Eigenmarken verantwortlich. „Um den Kunden dann auch eine entsprechende Verfügbarkeit der Ware zu gewährleisten, sollten die Innovationen in absehbarer Zeit in ausreichender Menge produziert werden können.“

Interesse der Händler ist groß

Konkurrent Edeka geht einen anderen Weg: Der Lebensmittelhändler hatte im vergangenen Juli das Programm „Foodstarter“ aus der Taufe gehoben. Für die unternehmensinterne Seite können sich Start-ups mit ihren Produkten bewerben – und umgekehrt können die selbstständigen Einzelhändler die neuen Ideen in ihren Märkten testen.

„Mit unserer Plattform erleichtern wir gleichermaßen Existenzgründern und mittelständischen Unternehmern auf Produktionsseite und unseren selbstständigen Kaufleuten den Zugang zu Absatzmärkten für neue und innovative Produkte“, teilt die Edeka-Zentrale in Hamburg auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer mit. Seit dem Start seien bereits mehr als 160 junge Unternehmen mit etwa 500 Artikeln gelistet worden. 700 der insgesamt über 4000 Edeka-Kaufleute hätten sich registriert, um nach neuen Produkten Ausschau zu halten.