Das Hamburger Start-up betreibt die Aktienhandels-Plattform Swipestox. Dort sollen die ausgegebenen Tokens auch verwendet werden können.

Mit der Herausgabe digitaler Tokens hat das Hamburger Fintech Naga 50 Millionen US-Dollar – etwa 42 Millionen Euro – umgesetzt. Das gab das börsennotierte Unternehmen in einer Nachricht an Investoren bekannt. Demnach haben über 63.000 Euro Menschen „Naga Coins“ erworben. Der sogenannte ICO war damit verhältnismäßig groß, auch wenn sich das das Unternehmen ursprünglich bis zu 220 Millionen Dollar erhofft hatte.

Die Finanzierungsmethode hat Parallelen zu einem Börsengang. Deswegen wird die Herausgabe der virtuellen Gutscheine analog zur „Initial Public Offering“ (IPO) bei Börsengängen „Initial Coin Offering“ (ICO) genannt. Weltweit haben Start-ups in diesem Jahr 3,7 Milliarden Dollar über die Ausgabe virtueller Tokens bei Investoren eingesammelt, hatte das Handelsblatt unter Berufung auf Daten der Analyseplattform Coin Schedule kürzlich berichtet.

Anleger erwerben bei einem ICO keine Firmenanteile. Stattdessen können die Tokens in der Regel für Dienstleistungen des jeweiligen Start-ups verwendet werden. Hauptantrieb der Investoren ist aber die Hoffnung, dass die handelbaren Tokens an Wert gewinnen – und eines Tages ähnlich hohe Kursgewinne entstehen wie bei der virtuellen Währung Bitcoin.

Handelsplattform für Computerspiel-Gegenstände geplant

Im Falle von Naga können Käufer die „Naga Coins“ bei Transaktionen auf den Handelsplattformen verwenden, die das Fintech betreibt. Am bekanntesten ist Swipestox – ein soziales Netzwerk für den Aktienhandel. Nutzer können dort anderen folgen und Transaktionen auf Wunsch automatisiert nachahmen. Zusammen mit der Deutschen Börse baut Naga derzeit zudem Switex auf. Über die Plattform sollen virtuelle Güter – etwa Gegenstände in Computerspielen – gehandelt werden.

Einen echten Börsengang hat Naga schon hinter sich: Die Aktien des Fintechs werden seit dem Sommer an der Frankfurter Börse gehandelt – im neuen Segment „Scale“. Im März hatte die chinesische Fosun Group 12,5 Millionen Euro in das 2015 gegründete Start-up gesteckt. Das Fintech beschäftigt aktuell über 120 Mitarbeiter.