Das Schweizer Start-up Niuws war ein Vorreiter bei der Kuratierung von Nachrichten. Nun wird es in Scope umbenannt, auch sonst ändert sich einiges.

Der Newsletter hat in den vergangenen Monaten ein erstaunliches Comeback erlebt. So startete beispielsweise „Der Spiegel“ im Frühjahr ein „Morning Brief“ und folgt damit den Vorreitern bei „Handelsblatt“ und „Tagesspiegel“. Darin spiegelt sich aber auch das Bedürfnis vieler Nutzer nach Orientierung in der Informationsflut. Das haben auch verschiedene Start-ups erkannt: Flipboard, Piqd, Blendle oder Springers Upday aggregieren Nachrichten und setzen dabei neben einer maschinellen, individualisierbaren Selektion oft auch auf handverlesene Empfehlungen.

Der 2012 gegründete Schweizer Anbieter Newscron hat schon sehr früh einen Nachrichtenaggregator entwickelt, vor anderthalb Jahren folgte dann mit Niuws eine App, bei der Experten zu bestimmten Themengebieten wie „Business Gadgets“, „Zukunft der Arbeit“ oder „Netzwirtschaft“ die aus ihrer Sicht relevanten Nachrichten zusammenstellten.

„Der bisherige Name hat nicht funktioniert“

Inzwischen gibt es 60 Kuratoren und auch Unternehmen wie AXA Winterthur oder der Touring Club Schweiz, die mit gesponserten Kanälen für Einnahmen sorgen. Mit etwas mehr als 10 000 Downloads war der Erfolg der App jedoch überschaubar. So versucht das Start-up nun einen Neustart: Das Produkt und die Firma Newscron werden in „Scope“ umbenannt. „Der bisherige Name hat nicht funktioniert“, sagt Unternehmenschef Peter Hogenkamp. „Die Leute können sich nicht merken, wie man ihn schreibt.“

Der frühere Leiter Digitale Medien der Schweizer Tageszeitung NZZ war 2014 als Investor eingestiegen und hatte im Frühjahr die Aktienmehrheit übernommen. Im Anschluss gab es eine Finanzierungsrunde mit fünf neuen Aktionären und der Sitz der Firma wurde nach Zürich verlegt.

Auch personell wird nun umgebaut: Auf den Gründer und CTO Elia Palme folgt Reto Kleeb. Er soll eine responsive Web-App entwickeln. „Wir sehen uns nicht mehr im App-Business“, sagt Hogenkamp. Die App sei künftig nur ein Angebot von vielen, stattdessen sollen die kuratierten Inhalte über verschiedene Kanäle zugänglich sein. Bestes Beispiel dafür ist Slack: Schon seit März bieten die Schweizer ihren Nutzer die Option, die Themen-Boxen über die immer beliebter werdende Kommunikationsplattform zu abonnieren.