Das Berliner Start-up schließt eine Wachstumsfinanzierungsrunde ab. Bald will das Team die Dienstleistungen rund um den Trauerfall auch außerhalb Deutschlands anbieten.

Ein vergleichsweise neues Geschäftsmodell für eines der ältesten Gewerbe der Welt: Das Start-up Mymoria positioniert sich als digitaler Ansprechpartner für alle Fragen rund um Todesfälle – und übernimmt auf Kundenauftrag von Überführung über Bestattung bis hin zu Danksagungskarten alle Dienstleistungen. Jetzt schließt das 2015 gegründete Start-up eine weitere Finanzierungsrunde ab. Bestehende und neue Geldgeber investieren im einstelligen Millionenbereich in Mymoria, wie WirtschaftsWoche Gründer vorab erfuhr.

Nach eigenen Angaben habe man bereits über tausend Kunden bei einer Beisetzung oder deren Vorbereitung geholfen. Laut Angaben auf der Homepage fallen für eine Bestattung im Schnitt Kosten von etwa 1400 bis 2000 Euro an. Mymoria kooperiert deutschlandweit mit über 250 Bestattern, die im Auftrag des Start-ups die Trauernden mit begleiten und die Bestattung durchführen.

Erweiterung auf europäische Länder

Jetzt sollen bald auch außerhalb Deutschlands dieser sensible Markt erschlossen werden. Die bisherigen Bestattungen (unter denen auch die von Countrysänger Gunter Gabriel) seien „die perfekte Basis für weiteres Wachstum, das wir mit unserer Finanzierungsrunde auch international umsetzen wollen“, sagt Mitgründer Björn Krämer und konkretisiert gegenüber WirtschaftsWoche Gründer: „Wir werden unseren Service in weiteren europäischen Ländern anbieten.“ Daneben plane man neue „zeitgemäße Kommunikationskanäle“, damit Hinterbliebene eine Bestattung von jedem Ort der Welt planen könnten.

Die Investoren glauben an das Geschäftsmodell. Mit der Egora Holding steigt ein neuer Risikokapitalgeber bei den Berlinern ein. Daneben erhöhen die bisherigen Gesellschafter ihre Einlage – darunter die Venture-Capital-Gesellschaften b-to-v, Howzat Partners sowie ein von der IBB Beteiligungsgesellschaft verwalteter Fonds.

Mymoria habe ein neues digitales Angebot im bisher weitgehend analogen Bestattungsmarkt geschaffen, lobt Neu-Investor Nikolaus Zwick von der Egora Holding das Geschäftsmodell: „Zudem sehen wir Chancen der vertikalen Integration, also der Optimierung der Wertschöpfungs- und Lieferketten, auch für diese unersetzliche Dienstleistung.“