Die Online-Umzugsplattform übernimmt Teile des Move24 Geschäfts. Das Berliner Start-up hatte im Februar überraschend Insolvenz anmelden müssen.

Die Online-Umzugsplattform Movinga übernimmt mit Wirkung zum 1. Mai 2018 Teile des Move24 Geschäfts inklusive Teilen der Belegschaft. Die Akquisition folgt auf den erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsrunde aus dem Vorjahr über insgesamt 22 Millionen Euro. Die Investoren von Earlybird und Rocket Internet / GFC haben unter der Führung der Santo Venture Capital im Frühjahr 2018 die zweite Tranche in Höhe von acht Millionen Euro gezahlt.

Das Geld soll auch in die technologische Weiterentwicklung der Umzugsplattform und in den Ausbau des Serviceangebots fließen; die Eröffnung eines Movinga Stores in Berlin-Mitte sowie die Expansion in nordeuropäische Märkte sind geplant. Dabei wird das Start-up auf die schon bestehende Infrastruktur von Move24 aufbauen und die bereits vorhandenen Mitarbeiter und Strukturen nutzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch die Partnerbasis von Move24 soll von Movinga übernommen werden. Der Movinga-Konkurrent Move24 hatte im Juli des vergangenen Jahres überraschend vorläufig Insolvenz anmelden müssen.

Umzugsdienstleistungen aus einer Hand buchen

Die Umzugsplattform Movinga soll es Kunden ermöglichen Umzugsdienstleistungen online aus einer Hand buchen, darunter Fahrer und Fahrzeug, Transport, Umzugshelfer und Umzugsutensilien. Eigenen Angaben zufolge beschäftigt das Unternehmen knapp 200 Mitarbeitern in Deutschland und Frankreich. Geschäftsführer ist Finn Age Hänsel, der das Unternehmen gemeinsam mit der Florian Blaschke (CFO), Enguerrand Jacquillat (COO) und Dennis Gneuss (CDO) führt.

Gegründet wurde das Unternehmen 2015 von Bastian Knutzen und Chris Maslowski. Nach mehreren erfolgreichen Finanzierungsrunden folgte rasch die Ernüchterung: Im Mai 2016 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen das Unternehmen ermittelt. Movinga habe eine EU-Lizenz zum grenzüberschreitenden Warenverkehr gefälscht. 150 von 320 Mitarbeitern mussten gehen, die Geschäfte in Großbritannien und Italien wurden eingestellt.

Die beiden Gründer gaben daraufhin zunächst die Geschäftsführung ab und verkaufte kurz darauf auch ihre Anteile, die bei mehr als 40 Prozent gelegen haben sollen. Das Verfahren gegen Knutzen und Maslowski wurde eingestellt, es folgten Führungswechsel und Restrukturierung.