Zahlreiche Start-ups mischen den Möbelhandel auf und wollen Platzhirsch Ikea attackieren. Der Newcomer Mycs vermeldet dabei erste Erfolge.

Die erste Million ist immer die schwerste, heißt es. Der Online-Möbelhändler Mycs hat die symbolische Marke erstaunlich schnell geknackt. Vergangenen Juni ging der Shop online, im vierten Quartal 2015 erzielte Mycs bereits einen Umsatz von einer Million Euro.

„In den ersten sechs Monaten am Markt haben wir mehr als 1000 Kunden mit über 2000 Produkten beliefert. Der durchschnittliche Warenkorb-Wert lag bei rund 1000 Euro“, sagt Geschäftsführer Christoph Jung.

Mycs setzt auf ein Modularsystem, mit dem einerseits Regale, Schränke oder Tische nach den individuellen Vorstellungen konfiguriert werden können. Gleichzeitig verspricht das Start-up schnelle Lieferzeiten.

Entstanden ist die Idee, als Jung ein neues Bett suchte und letztlich wieder im schwedischen Möbelhaus landete. „Es gibt praktisch keine guten Angebote, die qualitativ über Ikea liegen, aber immer noch erschwinglich sind“, sagt Jung. Der digitale Möbelhandel wächst derzeit stark. Auch Unternehmen wie Home24, Westwing, 99Chairs und Kiveda haben zum Angriff auf Ikea und die etablierten Möbelhäuser ausgeholt.

Jung hatte das Start-up 2014 gemeinsam mit Kachun To gegründet, die beiden kennen sich von ihrer gemeinsamen Zeit bei McKinsey. Finanziert wurde Mycs unter anderem von eDarling-Gründer Lukas Brosseder und Ladenzeile-Macher Robert Maier mit einem siebenstelligen Betrag. Im ersten Halbjahr 2016 ist eine weitere Finanzierungsrunde geplant, das derzeit 40 Mitarbeiter umfassende Team soll dann verdoppelt werden.

Jung hat Erfahrungen im Möbelgeschäft: sein früheres Unternehmen Massivkonzept übernahm 2013 das US-Unternehmen Fab.com – laut Medienberichten für einen mittleren achtstelligen Betrag.