Zweieinhalb Tage lang tickten die Uhren im Medienhaus anders. Von morgens bis spät in die Nacht hinein – manchmal sogar ganz ohne Schlaf – arbeiteten rund 80 völlig verschiedene Menschen an Projekten zusammen, die es so noch gar nicht gibt. „Wer heute oder morgen durchs Verlagsgebäude streift, wird auf viele in sich oder ein Team versunkene Nerds und Geeks treffen“, warnte Meckel ihre Kollegen schon im Vorfeld.

Die Hackathon-Teilnehmer stellten dutzende Ideen vor : Vom Tool, das Geschichten anhand der Leser-Interessen erzählt, bis zum Projektplanungs-Tool über eine Plattform auf der sich User Meinungen anderer zu verschiedenen Themen einholen können. Manche Ideen endeten noch in der Konzeptionsphase, andere wurden vor der Jury aus Medienmachern, ITlern und Unternehmern präsentiert – und von ihnen bewertet.

Was das bringt?

Auf Unternehmensseite scheint die Sache klar zu sein: Anstatt ein Projekt auszuschreiben, kommen kreative Köpfe ins Haus und tüfteln freiwillig bis spät in die Nacht an Lösungen. Und das Ganze für Pizza, Getränke und Sachpreise. Könnte man meinen. „Wenn man sagt: Wir haben da ein Problem und lassen das von Hackern lösen, ist das kein Hackathon, das nennt man einen Auftrag“, sagt Léa Steinacker, Digitalscout der Verlagsgruppe Handelsblatt. “Ziel eines Hackathons ist nicht wie bei einem direkten Auftrag sofort ein fertiges Produkt zu präsentieren, das alle Probleme löst, sondern durch Gedankenaustausch und kreative Teamwork einander zu inspirieren. Es geht darum, zu erleben, wie interdisziplinäre Teams aus Entwicklern, Designern, Conceptern und Redakteuren mit wenig Schlaf und viel Arbeit und Begeisterung binnen kurzer Zeit innovative Ideenansätze auszuprobieren.” Und genau das ist an diesem Wochenende in Düsseldorf passiert. „Die Erwartungen haben sich vollständig erfüllt“, sagt Steinacker. Und laut Steingart wird es auch nicht der letzte Hackathon der Verlagsgruppe gewesen sein.